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Jo, wie manche ja vielleicht schon mitgekriegt haben, hab ich einen Hang zu Lyrik, \"schön\" formulierten Texten und Büchern allgemein :) - vermutlich ein Überbleibsel aus dem Deutsch-LK :hm: :lol: - gepaart mit Neugier und (ab und zu :rolleyes: ) einem klitzekleinen Mitteilungsbedürfnis ^^.

Das hier soll ein Thema werden, wo jeder, der Lust dazu hat, Gedichte, Texte etc. posten kann, die ihm gefallen und/oder am Herzen liegen (einschließlich mir - also gaaaaanz uneigennützig - wenn dann sonst keiner was schreibt, wissen wir ja, woran wir sind :lol:). Oder auch Überlegungen zu allen Themen, die Euch interessieren, gerade beschäftigen etc. - was Euch einfällt zu was auch immer... muß auch nicht super formuliert oder fehlerfrei geschrieben sein. Oder auch nicht begründet, warum gerade dieser Text und kein anderer. Einfach nur... so. :)

Und nachdem ja eh keiner mehr MW spielt...:D

WIE das Ganze?
Nun, so in etwa:

  • keine thematische oder Genre-Beschränkung (nur jugendfrei sollt\'s halt bleiben ;) )
  • \"fremde\" Schöpfungen oder eigene - hier eine Bitte: Beim Zitieren von Fremdtexten immer den Autor/Schriftsteller angeben, besser noch zusätzlich die Quelle (Buch, URL...)
  • Unvollständiges/Vollständiges, Mal-angefangen-und-nicht-Fertiggemachtes, Schnipsel, Überlegungen
  • Kritik und Diskussionen erwünscht, Spammerei NICHT!


(Fast) alles kann - nichts muß ;)

So, ich mach dann mal gleich den Anfang - sollte jemandem zum \"WIE\" noch was einfallen - bitte sagen

Gruß, Lu
DAS hab ich z.B. kürzlich beim Rumsurfen gefunden - etwas strange, das Ganze (Trakl halt ;) ), aber irgendwie.. äh.. sehr... äh.. bildreich, find ich :)

Strand - Der Spaziergang

Die Zeit verrinnt. O süßer Helios!

O Bild im Krötentümpel süß und klar;
Im Sand versinkt ein Eden wunderbar.
Goldammern wiegt ein Busch in seinem Schoß.

Ein Bruder stirbt dir in verwunschnem Land
Und stählern schaun dich deine Augen an.

In Goldnem dort ein Duft von Thymian.
Ein Knabe legt am Weiler einen Brand.

Die Liebenden in Faltern neu erglühn
Und schaukeln heiter hin um Stein und Zahl.

Aufflattern Krähen um ein ekles Mahl
Und deine Stirne tost durchs sanfte Grün.
Im Dornenstrauch verendet weich ein Wild.

Nachgleitet dir ein heller Kindertag,
Der graue Wind, der flatterhaft und vag
Verfallne Düfte durch die Dämmerung spült.

(Georg Trakl)



**************************************
Und eines meiner \"Lieblinge\" - klein, aber fein ;)

Im Gebirge
Wen du mich fragst, wo ich zu Hause sei:
Tief in den Bergen, wo die Wolken wandern,
Beim Wasserfall, der von den Klippen fegt,
Daß du nicht hören kannst das Wort des andern.

(Lo Hung-hsien, 1504-1564, in: Günther Debon: Mein Haus liegt menschenfern, München 1988 )
Das Licht geht aus, so wie die Gefühle
Meine Flügel sind in deinen Armen gebrochen
hast DU sie zerbrochen?!
Ein harter Aufprall – habe ich die Kraft aufzustehen?!
Mühevoll schleppe ich mich nach vorn,
jede Bewegung ruft einen Schmerzensschrei hervor
Immer noch sehnen sich meine Lippen nach deinen!
Doch ich presse sie zusammen,
zu einem Lächeln.
Mein Herz will zurück zu dir,
doch mein Kopf lässt es nicht mehr zu.
Eine Träne sucht sich den Weg über meine Wangen,
am Kinn trocknet sie ein.
Und ich weiß:
Ich werde wieder aufstehen!
Ich werde wieder laufen!
Aber ich werde nie wieder fliegen können…

-Autor ist mir leider nicht bekannt-
Ziemlich melancholisch aber ich find es wunderschön und vorallem treffend...
Ein \"schlauer\" Spruch: :D

Folge deinem Herzen,
auch wenn es dich vom Pfade
ängstlicher Seelen
wegführt.

(\"Rede an den kleinen Mann\", Wilhelm Reich)



...versteh ich nicht so ganz - man soll seinem Herzen folgen, auch wenn es einen in Ungewisse führt? Weil die ängstlichen Seelen sich eben vom Pfad (EIN Pfad???) nicht wegtrauen? Hm. :huh: - aber wenn\'s so gemeint ist, find ich\'s - irgendwie schön. :)

Luthien schrieb:
Ein \"schlauer\" Spruch: :D

Folge deinem Herzen,
auch wenn es dich vom Pfade
ängstlicher Seelen
wegführt.

(\"Rede an den kleinen Mann\", Wilhelm Reich)



...versteh ich nicht so ganz - man soll seinem Herzen folgen, auch wenn es einen in Ungewisse führt? Weil die ängstlichen Seelen sich eben vom Pfad (EIN Pfad???) nicht wegtrauen? Hm. :huh: - aber wenn\'s so gemeint ist, find ich\'s - irgendwie schön. :)
Tu was du wirklich tun willst und mach es nicht genau so, wie alle anderen, die nicht den Mut haben aus der Masse hervorzutreten. Tritt hervor, geh ein Risiko ein und lebe so, wie du es eigendlich willst und nicht so wie es die Masse tut.
Prima, danke, JMK :) - aber (klar, dass von mir ein ABER kommt :lol:) - wie lebt denn \"die Masse\"? Arbeiten gehen und abends ins Bett, ab und zu weggehen, Essen, Schlafen usw.? Gut, dass mach ich auch, aber das ist nicht mein einziger Lebensinhalt, sondern ein Mittel zum Lebenserhalt.
\"So leben, wie man eigentlich will\" ist halt immer auch abhängig von den Umständen - was keine Ausrede sein soll. Setzt außerdem voraus, dass man weiß, wie man eigentlich leben will. Ich hatte da auch mal einen guten Artikel dazu, find ich bloß grad nicht - mal wühlen.

Das passt in dem Zusammenhang auch noch ganz gut dazu - hab ich grad noch gefunden:

\"Nichts ist schwerer
und nichts erfordert mehr Charakter,
als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden,
und laut zu sagen: Nein.\"

(Kurt Tucholsky)



Wobei ich hier finde - das \"Nein\" sollte nicht zum Selbstzweck werden, sondern auch immer in Anbetracht der Verhältnismäßigkeit der Mittel. Es gibt ja auch Leute, die sind prinzipiell gegen alles.. und das hilft keinem außer ihnen selbst. Und auch das kann man in Frage stellen... (harhar :D ).
Wie lebt die Masse?
Wie kann man aus ihr hervortreten, seinen eigenen Weg finden?
Das sind alles schwere Fragen die viel mit Philosophie zu tun haben.
Ich würde sagen, man muss ein Ziel vor Augen haben, auf dass man zuarbeitet und für das man bereit ist auch mal Risiken einzugehen.
Das Ziel des Lebens könnte man auch als Sinn des Lebens bezeichnen.
Womit wir bei einer der Grundliegensten Fragen überhaupt wären:
Warum lebe ich?
Was ist der Sinn des Lebens?

Viele Leute, die die Welt veränderten hatten ein Ziel, eine Vision, einen Traum. Wenn man soetwas hat und es verwirklicht, dann hat des Leben eine Bedeutung, dann beschränkt es sich nicht bloß auf Arbeit, Essen und Schlafen.
Luthien schrieb:

\"Nichts ist schwerer
und nichts erfordert mehr Charakter,
als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden,
und laut zu sagen: Nein.\"

(Kurt Tucholsky)



Wobei ich hier finde - das \"Nein\" sollte nicht zum Selbstzweck werden, sondern auch immer in Anbetracht der Verhältnismäßigkeit der Mittel. Es gibt ja auch Leute, die sind prinzipiell gegen alles.. und das hilft keinem außer ihnen selbst. Und auch das kann man in Frage stellen... (harhar :D).
Stimmt, nicht um des Neins Willen, sondern um der Sache Willen sollte man Nein sagen können. Es ist schwer Nein zu sagen, wenn alle Ja sagen. Wer es kann, Respekt. Allerdings sollten diese auch darauf achten, dass sie es nicht nur noch sage, weil so sonst auch immer Nein sagen. Man muss in jeder Situation neu abwägen, was richtig ist und es dann offen und direkt sagen.
Zitat:
Wie lebt die Masse?
Wie kann man aus ihr hervortreten, seinen eigenen Weg finden?
Das sind alles schwere Fragen die viel mit Philosophie zu tun haben.
Ich würde sagen, man muss ein Ziel vor Augen haben, auf dass man zuarbeitet und für das man bereit ist auch mal Risiken einzugehen.
Das Ziel des Lebens könnte man auch als Sinn des Lebens bezeichnen.
Womit wir bei einer der Grundliegensten Fragen überhaupt wären:
Warum lebe ich?
Was ist der Sinn des Lebens?



Nun - das zu \"beantworten\" maße ich mir jetzt mal nicht an ;) - nur vielleicht mal so viel (zumindest, bis ich den doofen Artikel wiedergefunden hab und weil mir grad fad ist :D ):

Die \"Masse\" an sich gibt\'s ja nicht (auch, wenn ich vorher davon geredet habe ;) ) - jeder ist ein Individuum für sich, mit eigener Lebensgeschichte und -kontext, Erziehung, Erfahrungen etc.pp. (wenn ich jetzt den Großkotz raushängen lassen wollte - will ich aber nicht, aber das sind Begriffe, die in dem Zusammenhang schon mal fallen können - würde ich sagen: das Individuum ist u.a. sozialisiert (=Verinnerlichung sozialer Normen, Werte und Rollenverständnisse der gesellschaftlichen und kulturellen Umgebung) und enkulturiert (automatische, nicht durch Erziehung gesteuerte Verinnerlichung einer Kultur))

Insofern brauche ich gar nicht aus der Masse hervortreten - das mache ich sowieso Tag für Tag :) .
Was \"den eigenen Weg finden\" betrifft ist das natürlich was anderes, das bleibt unbestritten. Nur ist es halt so - DEN Weg gibt\'s ja eigentlich per se nicht - er setzt sich meiner Meinung nach zusammen aus vielen kleinen Einzelentscheidungen, die sich erst im Rückblick als \"richtig\" oder \"falsch\" herausstellen. Wobei du auch hier überlegen kannst - was dir im Moment als \"falsch\" erscheint, kann sich später - im Großen und Ganzen und im Rückblick gesehen - durchaus als Schritt in eine für dich persönlich \"bessere\" Richtung erweisen. Insofern entscheidet man ja meist aus dem Moment heraus - unter automatischer Einbeziehung aller gelernten und unbewussten Faktoren.

Ein Ziel zu haben ist natürlich auch nie falsch. Bloß bleibt\'s meistens nicht bei nur einem Ziel :D - und du kannst ja auch unterschiedliche Ziele haben, die sich auch wieder überschneiden, Beispiel: die als Individuum betreffende (ethisch-moralische, die Charakterentwicklung betreffend…), soziale (Freunde, Familie) etc. Führt jetzt zu weit, sonst weiß ich selbst nimmer, wo ich war. :lol:

Und das Ziel des Lebens - hm. Wenn ich DAS wüsste :D - das Leben vielleicht?

Genug der Verwirrung - jetzt such ich mal den blöden Artikel… :lol:

LG, Lu ;)
ein nettes Thema :)

okay...
Lu schrieb:

Folge deinem Herzen,
auch wenn es dich vom Pfade
ängstlicher Seelen
wegführt.


Herz -> Gefühle, Wünsche,...
ängstliche Seelen -> Gedanken, sozusagen das / die gesellschaftlich geprägte Gewissen / Vernunft,...

Also würde ich sagen, dieser Spruch bedeutet, dass man nicht nur, aber solange man es selbst verantworten kann (mit sich selbst im Reihnen ist, die Konsequenzen kennt und sie okay findet), seinen eigenen Weg gehen soll, mal etwas wagen soll, auch wenn die Masse und \"die gesellschaftliche Vernunft\" (Sitten, Regeln, Ansichten) was anderes sagen. Was nicht heißen soll, dass man sich aufführen sollte wie sonstwas und dass alles erlaubt währe...wie gsagt, man sollte im Rahmen seines selbstempfundenen Rechtsverständnisses bleiben. Nicht nur auf das allgemeine bezogen, sondern eher in situationsbedingtem Kreis...z.B. einfach mal auf den Spielplatz gehen und schauckeln...man sollte sich nicht von dem Gedanke (ängstliche Seele) was andere dann von einem halten könnten, den Spaß verderben lassen. Egal ob man erst 12 ist, wo die Gesellschaft es für nomal hält oder 50, wo man nur noch belächelt wird...es beschafft einen selbst ein schönes Gefühl, ohne daß man dadurch anderen zu nahe tritt oder etwas aufzwingt.

Wo wir beim nächsten währen...das Ausleben eigener Wünsche sollte nie die Freiheit, Selbstbestimmung anderer beeinflussen oder bedrängen, es sei denn, sie möchten es so.

Fazit: Machen was man gerne möchte..okay, aber es sollte nie andere verletzen, bedrängen oder schaden. Wenn man aufgrund seiner Entscheidungen schief angeschaut wird, sollte es einem egal sein, wenn man dies möchte oder mit sich selbst vereinbaren kann.

in diesem Sinn
eowyn

P.S.:
back to topic:

eine nette kleine Weisheit:


Jesus sprach zu seinen Jüngern:
\"Habt ihr kein Besteck, esst mit den Fingern.\"
(mein Opi)

netter Thread :) Es gibt sooo viele tolle Gedichte, ist echt schwer ... hab mal ein paar rausgesucht um das ganze hier wieder spannend zu machen :)

Vor allem denke immer daran, den Dingen ihr Beängstigendes zu nehmen und darauf zu sehen, was in Wahrheit an ihnen ist; du wirst erkennen, daß ihnen selbst nichts Beängstigendes innewohnt, sondern daß unsere Furcht allein es ist, welche sie beängstigend macht.
Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. Chr - 65 n. Chr.), römischer Politiker, Rhetor, Philosoph und Schriftsteller

Sterne und Träume
Weißt Du noch,
wie ich Dir die Sterne vom Himmel
holen wollte,
um uns einen Traum zu erfüllen?
Aber
Du meintest,
sie hingen viel zu hoch ...!
Gestern
streckte ich mich zufällig
dem Himmel entgegen,
und ein Stern fiel
in meine Hand hinein.
Er war noch warm
und zeigte mir,
daß Träume vielleicht nicht sofort
in Erfüllung gehen;
aber irgendwann ...?!
- Markus Bomhard -

Wer Engel sucht in dieses Lebens Gründen,
der findet nie, was ihm genügt.
Wer Menschen sucht, der wird den Engel finden,
der sich an seine Seele schmiegt.
Christoph August Tiedge (1752 - 1841), deutscher Schriftsteller

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Ich denke, man muss dazu nichts sagen ... drei Gedichte, die unterschiedlicher nicht sein könnte ... aber die man alle auf sich wirken lassen sollte :)
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