NewRaven.net - Forum

Ahoi!
Ich studiere an der Uni-Oldenburg Sonderpädagogik im ersten Semester und möchte für eine Gruppenarbeit herausfinden, wie der Begriff \"Bildung\" in der Alltagssprache verstanden wird. Also nicht groß drüber nachdenken oder gar bei Wikipedia nachschlagen sondern einfach Brainstorming machen, was euch dazu einfällt, eine Art \"persönliche Definition\" wäre fein.
ich bedanke mich schon im Voraus für alle konstruktiven Antworten, durch bisherige umfragen hat schon einiges interessantes ergeben, aber aus erfahrung weiß ich ja, dass die morrowind community auch recht kooperativ ist (bzw. war) :forum:
P.S.: Wäre super, wenn ihr noch euer Alter dazu schreiben würdet und was ihr beruflich macht (Schulform usw.)...
Schön - eine interessante Frage :) - im Zusammenhang mit der Bildungsdiskussion aufgekommen?

Also - zunächst mal solltest du dir vll überlegen, ob du dazu nicht einen kleinen Fragebogen erstellst - dadurch lassen sich die Ergebnisse besser vergleichen. Natürlich beschränkst du damit auch in gewisser Weise die Bandbreite der Antworten. Es kommt halt drauf an, wie weit gefasst du einen solchen Fragebogen formulieren würdest. Aber vll geht das im 1. Semester auch zu weit - methodische Fragen kommen vermutlich erst später.

Ansonsten.. hm... Bildung in der Alltagssprache - da würd ich mir als erstes Gedanken drüber machen bzw. beschreiben, wie du diese Themen-/Fragestellung verstehen willst. Also eine Definition voransetzen. Das beträfe dann Fragen wie: sprichst du von Bildung bei einer einzelnen Person, wo und bei welchen Gelegenheiten kann man erkennen, ob eine Person \"Bildung\" hat, was ist \"Bildung\" eigentlich (etymologische Herkunft? etc.). Wo wird Bildung zu welchem Zweck eingesetzt?
Und zur \"Alltagssprache\": ist damit die Kommunikation unter Freunden gemeint? Unter Bekannten? Beschränkst du dich \"nur\" auf private Kommunikation oder gehört auch der Small-Talk bei beruflichen Gelegenheiten (Jubiläen, Weihnachtsfeiern etc. :D ), unter Fremden in der S-Bahn o.ä. dazu?
Und (das weiß ich halt jetzt nicht) - analysierst du die inhaltliche Komponente (WAS wird gesagt?) oder auch die sprachliche (linguistische) Komponente der Alltagssprache (WIE wird es gesagt?)?

Das ist jetzt alles etwas durcheinandergewürfelt, dient aber auch für mich dazu, mir darüber klar zu werden, was ICH unter Bildung verstehe ;)

Ich würde sagen, die Bildung einer Person besteht aus der Gesamtheit ihres Wissens über Ereignisse, Gegebenheiten und Tatbestände aus den Bereichen der Kultur (Kunst, Literatur etc.), Politik, Geschichte und den Naturwissenschaften, Ethik, Religion und den jeweiligen nationalen und regionalen Besonderheiten der \"Volksgruppe\", aus der die jeweilige Person stammt (z.B. wird die Bildung eines Europäers anders aussehen als die eines Außer-Europäers - wobei man auch das mit der Diskussion um die Globalisierung schon wieder relativieren kann).
Dazu kommen dann noch die ganz individuellen Einstellungen und Erfahrungen der betreffenden Person, die ihr Wissen in einen persönlichen Kontext setzen - was die Person z.B. für einen moralisch-ethischen Hintergrund hat, aus welcher Gesellschaftsschicht sie stammt etc... auch das hat IMO Einfluß auf die \"Bildung\". Mit rein spielt auch noch die Fähigkeit der Person, dieses Wissen situationsadäquat einzusetzen - wie also die Bildung vom Gegenüber im Gespräch etc. erfahren wird (ist es \"nur\" Small-Talk, ist es eine Diskussion, ein Gespräch unter Freunden - s.o.).

Das fällt mir jetzt erst mal dazu ein - aber ich will dir deine Seminararbeit jetzt nicht schreiben :lol: - vielleicht helfen dir jedoch die Gedanken etwas ;)

Gruß, Lu
P.S.: vergessen - du wolltest ja noch das Berufliche wissen. Kurz: ich hab Geisteswissenschaften studiert (Kulturwissenschaften, Kommunikationswissenschaften und Kunstgeschichte) und arbeite jetzt als Projektleiterin. :)
was soll man Lu\'s Ausführungen da noch hinzufügen...sie hat fast alles gesagt...bis auf einen wichtigen Punkt.

Im Alltag wird ein gebildet(er) (wirkender) Mensch oft auch als intelligent bezeichnet, was meiner Meinung nach absolut nichts mit Intelligenz zu tun hat. Viel lernen, sich für alle möglichen Themen interessieren und so, ein beträchtliches Wissen aufbauen zeugt nur davon, dass die betreffende Person gut auswendig lernen kann, dies aber nicht gleichzeitig ein Indiz für Intelligenz ist. (wobei einer mit nem IQ von \'nem Eimer sich sicherlich nicht alles merken kann ;))

Den Rest hat, wie gesagt, Lu schon geschrieben

Alter: im Profil
Job: Restauranttester..nee, schön wär\'s ...hab studiert und nun arbeite ich im Vertrieb
Ein Prof von mir hat mal gesagt:

Wissen sagt dir, was Gabel und Messer ist, aber Bildung lernt dir, wie man sie gebraucht :)

Ich find das ganz passend :)

PS: Job: Student, Alter -> Profil
Bildung:
-Ansamlung von Wissen (das nicht offensichtlich und ohne Studium (im Sinne von darüber nachdenken/lernen/sich damit befassen) erlangbar ist) in einem Menschen
-Fähigkeit eine Aussage zu besimmten Themen zu treffen / Sachverhalte erklären zu können
-zur Bildung gehört auch das Lesen und Schreiben

Ich bin 16 (fast 17) und Schüler in der 11. Klasse am Gymnasium
mir ist da beim lesen der Meinungen mal noch etwas aufgefallen...wieso beziehen wir eigentlich Bildung immer auf Wissen bzw. das umgehen/erklären/erlernen damit...

das Ganze mal anders betrachtet, ist Bildung der Weg zum Wissen, man bildet sich, man bildet sich aus...und ein Mensch ist gebildet, wenn er einen bestimmten Wissensstand (subjektiv und gesellschaftlich beeinflusst, ab wann man für gebildet gehalten wird) in einem/mehreren Gebieten erreicht hat...wobei zu Wissen alles gehört, nicht nur Fakten in verschiedenen Bereichen, sondern auch der Umgang damit (Erfahrung). Verschiedene Bereiche schließen von Fachwissen bis hin zu Erziehung und Benehmen alles mit ein.

aber okay...das soll ja ne Punktbefragung sein und leider keine Philosophierunde ;)
hallo!
ich melde mich schonmal, da ich kurz sehen wollte, ob schon was geschrieben wurde und habe mit freuden festgestellt, dass dem so ist...
ohne, dass ich jetzt alles gelesen hätte: tut euch keinen zwang an und philosphiert ruhig, wenn ihr wollt, so eine grundsatzdiskussion kann auch recht fruchtbar sein.
ich werde dann einfach hinterher sehen, was ich für meine arbeit gebrauchen kann und was nicht... hier im forum wird eh nicht gespammt (wie auf broodwar.de) und es bleibt aufgrund einer geringeren mitgliederzahl übersichtlich (und nicht wie im counterstrikeforum :-\\). es wird hier schon nicht allzusehr ausarten, also legt ruhig los.
morgen werde ich es mir wohl durchlesen, wenn ich wieder sehen kann... vorher allerdings steht ein termin beim augenarzt an, da bekomme ich solche pupillenerweiterungstropfen, deren wirkung wohl ne zeitlang anhalten wird :grummel: <-- passender smiley
ich gebe nachher auch nochmal meinen senf dazu, aber jetzt erstmal pennen, nachdem imsin die träumerin keine aufgaben für mich hat :sleep:
Bildung, was ich unter Bildung verstehe?

Bildung ist das Erlernen und das Beherrschen, Kennen aller möglichen Dinge vom Fachwissen, über geistige Techniken und psychisch-motorischen Fähigkeiten zu körperlichen Fertigkeiten, also im Endeffekt allem was mir im (alltäglichen) Leben nützen kann, aber auch das Eindringen in erhobene Sphären ermöglicht.

Tja, das schreibt ein 24jähriger Student im 5.Semester für Lehramt Gymnasium Geschichte-Philosophie (Ethik), dem Defintionsbücher ein Graus sind.
Bildung ist die Fähigkeit dazuzulernen.
In der Alltagssprache: Summe dessen, was man über das unbedingt Notwendige hinaus weiss oder kennt.
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