NewRaven.net - Forum

Vielelicht weiß es schon der eine oder andere von euch, ich schreibe recht gern, z.b. der Goldensaints Thread im Forum oder die Bücher aus Aradmeril (Mittlerweile eingestelltes Mod-Projekt) nun hab ich mir überlegt mal eine Story zu schreiben, der Mainthread befindet sich in Janus\'s Forum (;)) aber warum nicht ein weiteres Forum damit beglücken ^^ So, viel Spass beim lesen, neues folgt bald, bzw meist täglich.


Zitat:


[center]„Aus Liebe wir Schmerz,[/center]
[center]aus Schmerz wird Hass,[/center]
[center]aus Hass wird grenzenlose Macht.“[/center]

[center]1. Zurück[/center]

Stille herrschte in der Höhle, sie durchmaß etwa zehn Schritt und war rund, in ihrem Zentrum stand ein Monolith aus schwarzem Eis, erleuchtet wurde der Raum von einem fahlen, blauen Licht, dass vom Monolithen ausging. Doch die Stille wurde durchbrochen von einem dumpfen Hacken, krachend barst eine Wand der Kammer, ein stämmiger Kerl mit einer Hacke stolperte in den Raum, wurde jedoch schnell von einer Gestalt in einer weiten, schwarzen Robe zur Seite gestoßen, zwei weitere Gestalten rauschten hinter der ersten in den Raum. „Du kannst gehen.“ Sagte der erste abwesend und der Mann mit der Hacke ging. „Das ist er also.“ Erwiederte der Zweite. Augenscheinlich warne sie alle gleich, weite über den Boden schleifende Roben aus schwarzem Samt, Kapuzen verbargen den Kopf, dass Gesicht war mit einem ebenfalls schwarzem Halstuch verborgen, wo Haut zu sehen war war sie schneeweiß, Nasen hatten die Gestalten keine, doch war von Zeit zu Zeit ein Schnüffeln wie das Wittern eines Hundes zu hören, die Augen der Wesen strahlten gelb, als loderte eine Flamme hinter ihnen. „Lasst uns schnell machen, er wird uns sonst zürnen.“ Die anderen beiden nickten, die Drei bezogen Position um den Eisblick herum. Alle drei begannen einen tiefen Ton zu summen, der die Wände der Kammer zum Zittern brachte. „Retharte kal xar bathart.“ Rief einer während die anderen weiter summten, dass Summen formte sich langsam zu einem Gesang, nahtlos und ohne Atempause sangen sie Gesänge in ihrer Hochsprache, es war die Sprache, die von den Günstlingen des Schattens und den Dämonen gebraucht wurde. Der Monolith, bis jetzt vom Gesang unbeeindruck gewesen gab nun seinerseits einen tiefen Brummton von sich, Eisstücke, die um den Eisblock herum lagen erhoben sich vom Boden und begannen um den Monolithen zu kreisen. Der Gesang endete, „Retharte kal xar bathart.“ Rief der Selbe wie zuvor, diesmal um einiges eindringlicher. Das Brummen des Eisblockes erstarb, die Eissplitter verharrten in der Luft, plötzlich brach der Monolith wie von einer gewaltigen Axt getroffen von oben bis Unten durch, schwarzer Nebel schoss aus dem Inneren des Eises hervor und sammelte sich am Boden. Weitere Risse bildeten sich, noch mehr Dampf schoss hervor, schließlich viel der Eisblock ganz in sich zusammen, der Raum war nun etwa kniehoch mit dem schwarzen Dunst gefüllt. Aus den Trümmern des Eisblockes erhob sich ein Mann, er war beängstigend groß, beinahe zwei Schritt, und trug die selbe Kleidung wie die drei Gestalten, doch hatte er eine Nase und seine Haut war nicht schneeweiß sondern von einem leichten, fahlen Gelb, wie altes Pergament, seine Augen jedoch standen denen der Drei an Feuer und Intensität in Nichts nach. Wankend richtete er sich auf. „Ist es also so weit, dass ihr mich zurückholt? Ist der Schatten mit physischer in die Welt getreten und ruft seinen obersten Diener an seine Seite?“ Zum ersten Mal zeigten die Drei emotionale Regungen, die blickten zu Boden. „Vergebt uns M…Meister Dunkelhand, es ist noch nicht soweit, wir brauchen eure Hilfe.“ Der Mann wandte sich zu dem um, der gesprochen hatte. „So?“ Das Wort verklang in der Stille der Kammer. „Habe ich mich damals nicht klar ausgedrückt? Gingen meine Worte im Laufe der Zeit verloren, so dass ihr sie missverstehen konntet?“ Ein anderer sprach. „Nun, ähm, nein, wir kannten euren Befehl, doch die Zeiten haben sich geändert, es ist nun zwingend notwendig, dass ihr uns helft!“ Der Mann, den sie Meister Dunkelhand genannt hatten wandte sich zu dem um, der zu letzt gesprochen hatte. „Ihr habt also gegen meinen Befehl gehandelt? Wieviele Jahre sind vergangen?“ „Nun, verzeiht Meister Dunkelhand, dass lässt sich nicht genau sagen, es müssen nach unserer Rechnung etwa eintausend gewesen sein.“ Frostige Stille breitete sich aus, als der Mann offenbar angesträngt nachdachte. „Gut, nun bin ich erwacht, ich vergebe euch, führt mich hier hinaus, die Zeit hat mein Gedächtnis getrübt.“

„Sagt mir, wie viele Truppen stehen derzeit bereit? Hat Arkion sich aus seinem Versteck gewagt und habt ihr seinen kopf auf die Zinnen der schwarzen Zitadelle gesteckt?“ fragte Dunkelhand ruhig, die Drei zuckten zusammen und wandten sich um. „Nun, ähm Meister, dies ist es wobei wir eure Hilfe benötigen.“ Dunkelhand richtete sich auf und stieß beinahe gegen die Decke des eisigen Ganges. „Ihr habt euch besiegen lassen?“ Verlegen blickten die Drei zu Boden, Dunkelhand ballte eine fahle, feingliedrige Hand zur Faust und stieß gepresst hervor. „Ich in Aldun Dunkelhand, Ich war es, den die Menschen fürchteten, dessen Namen sie nicht einmal zu flüstern wagten, Ich war es, der diese Plage ausrotte bis nur noch eine Handvoll übrig war und ihr versagt!“ Die Drei wichen voller Angst zurück. „M…Meister habt Erbarmen, dies ist lange her, die Lage ist nicht so schlecht wie sie scheint, wir haben immer noch Macht, neue Macht, die anders ist als die, derer ihr euch bedient…“ Alduns Augen verengten sich hinter dem schwarzen Tuch, dass seinen Mund verbarg zu Schlitzen. „Was soll das heißen?“ „Wir, nun, wir haben keine Armeen mehr, die unter unserem Banner in die Schlacht ziehen, keine Festungen mehr, aber es gibt viele Personen, die nun, uns wohlgesonnen sind, wichtige Personen.“ „So?“ Fragte Aldun ruhig und setzte sich in Bewegung, die Drei folgten ihm eiligst. „Wer hat euch verraten wo ihr mich finden könnt? Ihr seid nur drei unbedeutende Marshadar, dies Wissen war eigentlich für“ Aldun schmunzelte, „Bedeutendere Wesen reserviert.“ Einer der Drei Marshadar schloss zu Aldun auf. „Wir fanden alte Schriften, in den Trümmern eines unserer alten Tempel, so fanden wir den Weg in euer Refugium Meister.“ Aldun nickte, zwar mochte er die Marshadar, was „Die, die der Schatten sind“ in der Sprache des Schattens hieß nicht, doch waren sie intelligenter als Dämonen und zuverlässiger als Volanur. Die in Schwarz gekleidete Gruppe bog um eine Kurve, ein heller Fleck kam in Sicht, der Ausgang.

Aldun trat hinaus ins Licht der Sonne und blieb wie angewurzelt stehen. „Menschen!“ zischte er und deute hinab ins Tal, sie befanden sich an einem zerklüfteten Hang, Schneebedeckte das Tal und die umliegenden Berge. „Ja Meister, dies sind Günstlinge, sie kamen aus den Reihen der Sterblichen um dem Schatten zu dienen, wie wir.“ Aldun wirbelte herum, eine fahle Hand schoss hervor und packte den Marshadar, der gesprochen hatte an der Kehle. „Wie wir?“ fragte Dunkelhand kalt. „Sterbliche“ er spie das Wort förmlich aus, „werden niemals dieselbe Ergebenheit zum Schatten entwickeln wie wir, hört ihr? Sie mögen vielleicht mit dem Geist und dem Herzen dem Schatten dienen, doch ihr Fleisch“ Aldun machte mit der andere Hand eine Geste in der er auf seinen Körper zeigte, „Ist schwach und weich, dass Licht wohnt in ihm, sie haben Dinge wie ein Gewissen, Reue oder Ehre! Sage mir also nicht, dass sie dem Schatten dienen können wie wir es tun!“ Ruhig setzte Aldun den Marshadar ab, die anderen waren zurückgewichen. Immer noch zornig wandte sich Aldun von den Dreien ab und stapfte hinab ins Tal, ein kleines Lager war dort aufgeschlagen, vielleicht ein Duzend Zelte aus hellem Leder standen dort im Kreis, ein großer Kessel stand im Zentrum des Lager auf einer Feuerstelle, Männer mit hohlwangigen Gesichtern, breiten Schultern und blondem Haar befanden sich im Lager. Aldun grunzte verächtlich, als er das Lager betrat, die Marshadar waren ihm in gebückter Haltung gefolgt wie Hunde einem Herren. „Was ist das?“ Aldun machte eine allumfassende Geste und betrachtete das Lager. „Nicht genug, dass ihr euch mit diesen sterblichen Würmern verbündet habt, ihr reist auch wie die Bauern umher mit Zelten und, sind das Packesel?“ Einer der Marshadar trat von und nickte. „Ja, Herr, es ist tatsächlich ein Esel.“ In diesem Moment kam ein etwas besser gekleideter Mann aus einem der Zelte, er trug roten Samt, hatte stechende, blaugraue Augen und blondes Haar wie die anderen. „Ah, ihr müsst Aldun Dunkelhand sein, die Marshadar berichteten mir von euch“ Aldun schnitt ihm mit einer herrschen Geste das Wort ab. „Sind euch alle guten Manieren abhanden gekommen?“ fragte er in Richtung der drei Marshadar. „Zu meiner Zeit hätten wir jeden Sterblichen eintausend Tode sterben lassen, der einen Diener des Schattens einfach so ansprach, wenn er überhaupt dazu kam zu sprechen.“ Der Mann wurde offensichtlich unruhig und verbeugte sich tief. „Meister Dunkelhand, ich versichere euch, ich“ Erneut fiel Aldun ihm ins Wort. „Scheinbar sind wirklich alle Sitten verloren gegangen, aber ich werde ausnahmsweise Gnade walten lassen, bringt mir ein Eisen!“ Hektik erfasste die umstehenden Männer, einer förderte schließlich einen Speer zu tage, löste die eiserne Spitze und reichte sie Aldun mit einer tiefen Verbeugung. Der Meister der Marshadar lächelte hinter seinem schwarzen Mundtuch, Sterbliche waren vielleicht schwach, dumm und weich aber sie lernten schnell. Aldun hielt das Eisen hoch und rief laut. „Lasst dies als Exempel dienen, neue Zeiten sind angebrochen, ihr seid nur Werkzeuge, Diener, akzeptiert dies oder ihr werdet bestraft!“ Plötzlich begann die eiserne Spitze Alduns Hand zu glühen, als sie weiß glühte stieß aldun sie hinab in das rechte Auge, des sich vor ihm im Schnee windenden Mannes. Als die anderen Männer sahen was Aldun getan hatte warfen sie sich auf die Bäuche. „Eines für das, was er tat“ Mit einem zischenden Geräusch zog Aldun den noch immer glühenden Eisenschaft aus der blutüberströmten Augenhöhle des Mannes, am Kragen seines roten Samtwamses zog er hin auf die Knie, er war bewusstlos. „Und eines, damit er es nie wieder wagt!“ Zischend stieß er das Eisen in das andere Auge, zufrieden mit seinem Werk riss er den Eisendorn heraus und warf ihn in den Schnee. „Ich bin Aldun Dunkelhand, Meister der dunklen Künste, Herr über die Wesen des Schattens, erzürnt mich und ihr werdet leiden, dient mir und ihr werdet länger leben als jene, die sich mir in den Weg stellen!“ Einige der Männer eilten zu dem sich am Boden windenden Mann und trugen ihn in ein nahes Zelt. „Los, wir haben einiges zu besprechen und keine Zeit zu verlieren!“ sagte Aldun ruhig, völlig unberührt von der Angst der Männer und dem Blut an seinen fahlen, dürren Händen. Eifrig nickten die Marshadar und führten ihn zu einem größeren Zelt, es war wie die anderen aus hellem Leder gefertigt, war jedoch eine Art mobiles Haus, da es groß genug war um darin stehen zu können. Forsch schlug Aldun die Plane, die den Eingang bildete beiseite und trat ein, der Boden war ausgelegt mit dicken Teppichen, die prächtig gemustert waren, vom Gestänge des Zeltes hingen einige Gehänge aus Knochen herab, die im Luftzug klapperten, es gab nur sehr wenig Licht, dass von einer großen Kohlenpfanne im Zentrum des Zeltes gespendet wurde, mehr Einrichtungsgegenstände gab es nicht. „Also“ Aldun nahm bezog vor der Kohlenpfanne Aufstellung und verschränkte die Arme hinter seinem Rücken. „Nun berichtet mir, was passiert ist, jede Einzelheit.“ Die Marshadar sanken gegenüber von Aldun, jenseits der Kohlenpfanne auf die Knie und begannen abwechselnd zu erzählen. „Ihr ward es selbst Meister, ihr überranntet die Reiche der Menschen, ein unbedeutender Hauptmann, Arkion Al’Kareth floh mit einigen Priestern und Paladinen.“ Aldun nickte ungeduldig, „Das ist mir bekannt, zu dieser Zeit war ich noch anwesend.“ „Nun gut, dann will ich weiter berichten, die Menschen wurden also in Ketten gelegt oder getötet, ihre Städte geschleift und ihre Felder verbrannt, ihr zogt euch zu diesem Zeitpunkt zurück um auf den Tag der Tage zu warten“ Aldun funkelte den Marshadar zornig an, „Ja, in der Gewissheit, dass die Welt noch immer der Ort der Finsternis wäre, den ich Euresgleichen anvertraute!“ Die Marshadar zuckten zusammen. „Oh habt Geduld Meister, ihr werdet die Situation verstehen.“ Sagte einer, Aldun grunzte verächtlich und bedeutete ihnen fortzufahren. „Arkion scharte die letzten freien Menschen um sich, verbündete sich mit den Wesen des Waldes und ähm nun, er schlug unsere Truppen zurück…“ Alduns Miene war steinern. „Ich hätte nie gehen sollen, was passierte dann?“ „Ein Feuer breitete sich unter den Menschen aus, sie alle verehrten Arkion und standen geschlossen hinter ihm, diesem unüberwindbaren Willen konnten wir nicht standhalten, Arkion führte seine Heere in die verfaulte Kluft und zerstörte die schwarze Zitadelle, nach diesem Sieg einte er die Reiche der Menschen zu einem einzigen, großen Reich, noch heute besteht es…“ Aldun zischte verächtlich, „Geht mir aus den Augen, schleimige Maden, ich muss darüber nachdenken, was nun zu tun ist.“

Mann darf gespannt sein, wie es weiter geht. Klingt nicht schlecht, bis einige Rechtschreibfehler gut geschrieben. Besonders gelungen ist der Einstig und die Beschreibungen der Personen oder wie man sie nennen mag sind auch sehr gut. Man kann sich gut in das Geschehen reindenken. Auch schön, dass nicht alles bis ins kleinste Detail geschildert ist, da kann man sich auch selber seinen Teil denken (Zum Beispiel was es mit der Person mit der Spitzhacke auf sich hat). Sehr \"schön\". Kompliment.
Vielen Dank, es gibt Nachschub, will euch ja auf dem Laufenden halten, Rechtschreibfehler bite ich zu übersehen, ich tue was Word möglich ist ;)

Zitat:
Als sich die Zeltplane hinter den Marshadar schloss warf Aldun ruhig seine Kapuze zurück, langes, weißes Haar, an manchen Stellen leicht gelblich fiel herab auf seine schwarze Robe, auch das Mundtuch zog er weg. Sein Gesicht war nach den Maßstäben der Menschen schön, fast schon zu schön, auch war es zeitlos, niemand, der aldun Dunkelhand je sah, und dieses Treffen überlebte, hatte danach sagen können wie alt dieser Mann war, sein Gesicht war glatt und das eines jungen Mannes, die Augen jedoch saßen tief in den Höhlen und waren von Falten umrahmt, dass stechende Gelb verlieh ihnen den Ausdruck einer großer Bösartigkeit. Aldun betrachtete seine Hände, dass Blut des Mannes war mittlerweile geronnen, abwesend klopfte er sich das Blut an seiner Robe ab. Vieles war geschehen, seid er sich zurückgezogen hatte, vieles war vergessen worden, dies konnte er sich vielleicht zu Nutzen machen, diese Kleider, Kapuze, Mundtuch und Robe dienten einst dazu die Diener des Schattens vor den naiven Geistern der Sterblichen zu verbergen, Magie erfüllte den Stoff, sie bewirkte, dass die Sterblichen den Träger dieser Gewänder schlicht übersahen bis er sich ihnen zu erkennen gab und selbst dann war er in ihrer Erinnerung nicht mehr als ein verschwommener Fleck. Aldun schmunzelte, sie hatten Arkion also verehrt ja? Nun, scheinbar hatte auch dieser Volksheld das Schicksal aller seiner Kameraden erlitten, er war alt geworden und gestorben, seinem jetzigen Kenntnisstand nach würde es ein leichtes sein das Reich der Menschen zu erobern, die Sicherheit war ein allzu trügerischer Freund, sie machte einen weich und langsam. Müde streckte Aldun seine Glieder, es war keine angenehme Prozedur aus einem tausendjährigen Schlummer zu erwachen, der Meister der dunklen Künste nahm mitten in der Luft im Schneidersitz platz, mit durchgestrecktem Rücken begab er sich in die Umarmung des Schattens.



Zitat:
2. Erschütterungen

König Arithan Al’Kareth, Streiter für das Licht, Protektor der Menschen und Erbe des Arkion blickte gelangweilt auf den Papierstapel vor sich. „Und alle diese Berichte erfordern meiner Aufmerksamkeit?“ Der in das weiß, goldene Livree des Königshauses gekleidete Berater neben ihm nickte. „Ja euer Excellenz, ihr wisst ja, wenn der Kopf müde wird“ Der König nickte genervt, „Kann man von den Beinen nicht erwarten ihren Dienst zu tun“ vollendete er das bereits unzählige Male gehörte Sprichwort monoton. „Na schön, gehen wir es an, lass mich allein Bethan.“ Der greise Berater verbeugte sich, durchquerte das Arbeitszimmer des Königs und schloss die schweren Eichentürflügel hinter sich. Das Zimmer war groß wie ein kleines Haus, der Boden mit weißen Seinplatten ausgelegt, die Wände mit prächtigen Teppichen behängt, im Zentrum des Zimmers stand ein großer Schreibtisch an dem nun der König saß, die Wand gegenüber der Türe war komplett verglast. Eine gepolsterte Liege und ein wuchtiger Eichentisch, bedeckt mit unzähligen von Büchern und Pergamenten waren ebenfalls im Raum zu finden. Arithan las Berichte über Ernten in den äußeren Provinzen, Banditen in den Wäldern des Westens und eine Hungersnot im Norden, dass Problem bei einem Reich wie dem seinen bestand in der Größe, bevor ihn die Probleme der Bevölkerung hier in der Hauptstadt Lunamnear erreichte hatten diese sich meist von selbst gelöst, auf die eine oder andere Art… Der König war ein hünenhafter Mann mit einem für den Kampf trainierten Körper und langem, schwarzen Haar in dem sich bereits erstes Grau zeigte, müde legte dieser starke Mann den Federkiel beiseite und rieb sich die Augen, draußen begann die Sonne bereits im Ozean zu versinken, lächelnd stand der König auf und schritt zum Fenster, unter ihm erstreckte sich Lunamnear, Stadt des Mondes, größte bekannte Stadt und Herz seines Reiches, sein Vorfahre hatte sie aus dem Nichts erschaffen, was an ein Wunder grenzte, da die Stadt einen Halbkreis an der Küste bildete, vom Süd zum Nordende waren es über zwanzig Meilen. Die Straßen waren gepflastert mit glatten, weißen Steinen, die man aus dem Meer geholt hatte, aus dem selben, weißen Gestein waren auch die Häuser erbaut, von hier oben betrachtet schillerte selbst das ärmlichste Haus wie eine Perle. Verträumt beobachtete der Monarch den Sonnenuntergang, als die Sonne ganz verschwunden war ließ Arithan ein Duzend Kerzen bringen und wandte sich erneut den Berichten zu, plötzlich erstarrte er, zwischen all den Papieren lag ein Umschlag aus dunklem Leder, versiegelt mit rotem Wachs, in das das Symbol eines Auges umrahmt von zwei Blitzen eingedrückt war, dass Symbol der Katirach, der Hüter der Zukunft, Schweiß rann dem König ins Gesicht, allein schon die Tatsache, dass er Nachricht von diesen fahlen Vögel erhalten hatte war Grund zu äußerster Unruhe. Nervös brach er das Siegel und zog einen Bogen Pergament heraus.

König Arithan Al’Kareth,
ein Zittern lief durch die Zeit, die Zukunft hat sich in gravierender weise geändert, sucht das Gespräch mit unserem Orden.

Arithan grunzte verächtlich und warf den Brief auf den Tisch, kurz, unhöflich und befehlend wie immer, doch war es äußerst unklug einen solch eindringlichen Brief abzuweisen, die Katirach waren sehr verschwiegen, ihr Volk hatte die Gabe die Fäden der Ereignisse vorauszusehen und zu deuten, zwar konnten sie so die Zukunft nicht eindeutig vorhersehen doch eindeutige Knotenpunkte darin erkennen. Zornig erhob sich der König, er würde den Orden noch heute aufsuchen.

Eine Kapuze verbarg sein Gesicht, ein schlichter Umhang aus braunem Leinen seine Kleidung, als er auf einem Schimmel durch die Stadt ritt, dass Ordenshaus der Katirach lag etwa eine Meile nördlich der Stadt. Die Menschen bildeten bereitwillige eine Gasse für den Reiter und beachteten ihn nicht weiter, oft fragte sich Arithan ob sich ihn erkennen würden, wenn er die Kapuze zurück warf, ob sich die Menschen ihrem König noch verbunden fühlten und wie sie reagieren würden. Arithan schüttelte die düsteren Gedanken ab, dass nördliche Tor kam in Sicht, zwei gelangweilte Wächter standen im Torbogen und winkten die Leute hindurch, amüsiert lächelte der König im Schatten seiner Kapuze und ritt hinaus in die Hügellandschaft vor Lunamnear, saftiges Gras bedeckte den Boden, zur Linken des Königs, im Westen konnte man das wolkenverhüllte Gebirgsmassiv von Athol’Amnar erkennen, der König jedoch gab seinem Pferd die Sporen und ritt nach Norden. Die Straße glitt unter ihm dahin, auch sie war gepflastert mit den glatten Quarzsteinen und wand sich wie ein weißes Band durch die abendliche Hügellandschaft…

Nach etwa vier Stunden verschwand das Gras plötzlich und wurde ersetzt von Dornengestrüpp, Arithan brachte sein Pferd auf einer Hügelkuppe zum stehen und blickte den Hang hinab, unter ihm erstreckte sich der Nachtwald, bis zum Horizont reichte der schwarze Ozean aus Nadelbäumen, die Straße führten hinein in den Wald, doch war sie hier bereits nicht mehr als ein Trampelpfad. Der König runzelte die Stirn, er hatte nie ganz verstanden warum die Katirach sich diesen unheiligen Ort als Wohnort ausgesucht hatten, mehrmals hatten seine Ahnen versucht sie in die Stadt des Mondes zu holen, doch stets hatten sie abgelehnt und ihre Neutralität beteuert. Arithan brachte sein Pferd mit einem sanften Schenkeldruck zum losreiten und ritt hinein in den Wald, es war nicht weit bis zum Tempel der Katirach. Im Inneren des Waldes war es bereits stockdunkel, nur wenig Licht drang durch das dichte Geäst, doch waren in regelmäßigen Abständen blau glühende Achtecke am Wegesrand angebracht. Die Katirach waren vielleicht verschroben aber sie hatten es nicht gern wenn Bittsteller im Wald ums Leben kamen, also hatten sie diese Steine angebracht. Pflanzen wuchsen hier im Dunkel des Waldes keine, es blieb nicht genug Licht für Unterholz. Wenige der Bäume starben je, ihr Holz war steinhart, keine Axt vermochte einen solchen Baum zu fällen, doch breitete sich der Wald auch nicht weiter aus, in der Stadt erzählte man unartigen Kinder Geschichten vom Nachtwald. Plötzlich wich der Wald rechts und links von Arithan hinfort und er fand sich auf einer Lichtung wieder, vor ihm, auf der anderen Seite der Lichtung ragte ein achteckiges Tor aus einem Felsen, er war am Ziel. Unruhig schwang er sich von seinem Pferd und band das schöne Tier an einem nahen Baum fest, dann schritt er zum Steintor und klopfte an, kaum hatte der die Hand erhoben, da rollte das Tor auch schon donnernd zur Seite, blaues Licht flutete heraus und blendete den König, eine Gestalt zeichnete sich im Licht ab. „Seid willkommen, König der Menschen.“ Brummte die Gestalt. Die Katirach hatten Ähnlichkeit mit menschenartigen Spinnen, ihr Unterleib war wie der Körper einer Spinne, acht glatte, mit weißer Haut überzogene Beine ragten heraus, der Oberkörper war der eines Mannes, gekleidet in ein blaues Livree, schwarzes Haar fiel diesem hier bis hinab auf seinen Hinterleib, die Augen waren facettenartig wie die eines Insektes. “Mein Name ist Facithas, bitte folgt mir, der Patriarch erwartet euch bereits.“ Der Spinnenmann deutete eine Verbeugung an und machte mit seinen dürren Armen eine Geste der Unterwürfigkeit. Vor Arithan lag der Eingang zu einer Wendeltreppe, der Boden war gepflastert mit Achtecken, überhaupt hatten die Katirach eine Vorliebe für diese Form, sogar die Torbögen waren achteckig. Arithan nickte und ging dem Diener hinterher, die Treppe hinab, unterwegs kamen sie an zahlreichen Türen vorbei, allesamt waren sie achteckig und verschlossen, niemand, der außerhalb des Ordens stand hatte je einen anderen Ort als die große Halle betreten, und niemand würde es wohl je versuchen, die Katirach galten als schreckliche Feinde. „Tretet bitte ein.“ Arithan fuhr aus seinen Gedanken auf, Facithas stand vor der Tür zur großen Halle und blickte Arithan erwartungsvoll an, der König nickte stumm und trat vor die Türe, die wie von Geisterhand aufrolle.

Die große Halle war wie zu erwarten war achteckig und sehr hoch, alles bestand aus blauem Gestein und wurde von einem Feuerbecken im Zentrum des Raumes erleuchtet, die Flammen im Becken war blau. „Willkommen, König der Menschen, ihr tatet gut daran unserem Ruf sofort zu folgen.“ Der Großmeister der Katirach sah aus wie Facithas, doch waren ihm die Haare ausgefallen und seine Haut war narbig und mit Altersflecken bedeckt, der alte Katirach stand vor dem Becken, hatte die Fingerspitzen aufeinander gelegt und betrachtete Arithan eindringlich. „Wir riefen euch um euch auf eine Änderung in der Zukunft aufmerksam zu machen, ihr erinnert euch an die Weissagungen, die ihr zuletzt erhieltet? Damals, als ihr den Thron erlangtet?“ Arithan nickte, „Ja, sie alle sind wahr geworden, die Hungersnot, die Flut, alles.“ Der Großmeister begann auf und ab zugehen, „Bis vor kurzem sah es so aus als verliefe eure Herrschaft nun, ohne größere Unglücke, doch nun…“ Arithan zuckte zusammen, „Was? So sprecht doch!“ Auf dem Gesicht des Spinnenmannes war etwas wie Schmerz zu erkennen, das flackernde blaue Licht verlieh ihm etwas Kaltes. „Etwas hat sich geändert, eine Erschütterung, es ist schwer dies jemandem, der außerhalb des Ordens steht zu erklären, einige der Knotenpunkte sind verschwunden, und andere erschienen, dunkles rührt sich, ein Mann bestimmt die Zukunft, er ist eingehüllt in gelbe Flammen, Hass brennt in ihm, er verachtet alles was lebt, verachtet euch und Euresgleichen.“ Schweiß trat dem König auf die Stirn. „Das hilft mir nichts, sagt mir was ich tun kann, wer ist dieser Mann? Ist er mächtig? Gefährlich?“ Erneut verzog sich das Gesicht des Großmeisters, „Es ist schwer das zu sagen, wir sehen nur die Knoten, wir können nicht so weit in die Zukunft sehen wie sonst, die Präsenz dieses Mannes überlagert alles, ist wie ein Feuersturm in dessen Licht die Sterne verblassen. Es tut uns leid, dass wir euch nicht helfen können, wir sehen die Zukunft, machen sie aber nicht, unser Wunsch war es euch zu warnen, seid auf der Hut, schwere Tage nähern sich euch und eurem Volk.“ Arithan nickte nur steif, obwohl er für den Kampf trainiert worden war hatte er nie in einer Schlacht gekämpft, doch nichts hätte ihm mehr Angst machen können als einen Katirach ratlos oder gar beunruhig zu sehen… „Lebt denn wohl Großmeister, danke für eure Hilfe…“

Da die Story wirklich gut geschrieben ist - auch wenn ich sie persönlich etwas detaillierter \"erzählen\" würde: wann gehts weiter? :)
Danke für das Feedback, heute ists etwas mehr ^^°


Zitat:
3. Feuer und Stein

Alduns Bewusstsein hatte schier unendliche Ausmaße erreicht, die süße Umarmung des Schattens erfüllte seinen Geist. „Meister?“ Aldun zuckte zusammen und schlug die Augen auf, einer der Marshadar war eingetreten. „Was?“ fauchte Aldun und setzte seine Füße wieder auf den Boden. „Lord Methar ersucht euch um eine Audienz.“ Aldun hob eine Braue. „Wer?“ Der Marshadar lächelte hinter seinem Mundtuch. „Der Mann, an dem ihr gestern ein Exempel statuiertet.“ Aldun lachte trocken auf. „Na schön, bring ihn her, diesen Lord.“ Der Marshadar verbeugte sich und verließ das Zelt, Aldun legte sein Mundtuch und seine Kapuze nicht an, dieser Lord sollte das Gesicht seines Meisters kennen. Wenige Minuten später wurde die Zeltplane beiseite gestoßen und der Mann im roten Samt tastete sich herein, seine Augen waren mit einem groben Leinentuch verbunden. „Meister.“ Hauchte der Mann und sank in die Knie. „Was ist euer Begehr?“ fragte Aldun, sichtlich zufrieden mit dem Wandel des Mannes. „Mein Lord, vergebt mir, dass ich euch gestern so ungebührlich empfing, es ist lange her, dass jemand eures Ranges auf Erden wandelte.“ Der Meister der Dunklen Künste nickte gönnerhaft. „Es sprich für deine Intelligenz, dass du kommst und um Vergebung bittest, doch solltest du wissen, dass es für jene, die im Schatten wandeln keine Vergebung gibt, es gibt nur Taten, Taten und deren Folgen, wenn du mir und damit dem Schatten gut dienst kann ich dir Geschenke machen größer als dein beschränkter Geist sie sich ausmalen kann, die Unsterblichkeit, nur ein Handwink, Herrschaft, nur ein Kinderspiel. Dienst du aber schlecht oder missfällst du mir kann ich dir eben all dies nehmen, und glaube mir es gibt noch weit mehr Dinge als dein Augenlicht, die ich dir nehmen kann.“ Ein Zittern durchlief Lord Methar. „Aber sage mir nun mein Diener, welchen Rang hast du unter den Sterblichen, wie groß ist dein Einfluss? Was kannst du mir über den König und sein Reich sagen?“ Aldun begann vor dem noch immer glühenden Kohlenbecken auf und ab zu gehen während der gebrochene Lord begann. „Ich besitze ein kleines Landgut, südlich von Lunamnear, der Hauptstadt, ich kenne den König nicht besonders gut, er ist nun zurückgezogen, kümmert sich wenig um Intrigen und Dergleichen, es gab schon seid Jahren keinen Krieg mehr im Reich, er ist in gewisser Weise dekadent.“ Aldun blickte in die Glut und nickte stumm. „Ihr seid ein schwaches Volk, Frieden macht euch weich, Krieg zerbricht euch, was ist mit den Wesen des Waldes?“ Der Mann war kurz versucht aufzusehen. „Wesen des Waldes?“ Aldun nickte grimmig. „Feen, Gnome und all diese Wesen, was wisst ihr über sie?“ „Ähm, nichts mein Lord, sie sind nur Legenden…“ Aldun lachte schallend los, Methar zuckte zusammen, als er dies kalte, gefühllose Lachen hörte. „Nur Legenden? Nein, dass sind sie nicht, aber wenn ihr sie nicht kennt heißt das, dass das Reich nicht auf ihre Unterstützung bauen kann, dass ist alles was ich wissen wollte, du kannst nun gehen…“ Unter dem wachsamen Blick Alduns gelb leuchtender Augen erhob sich der Mann hastig und rannte beinahe aus dem stickigen, dunklen Zelt.

Lord Methar blieb vor dem Zelt stehen und atmete tief durch. Schritte näherten sich. „Wie ich sehe hat er euch am Leben gelassen Methar.“ Ein zischendes Lachen erklang, es musste einer der Marshadar sein, er konnte diese Wesen nicht leiden, sie waren nicht mehr als bloße Bauern im Spiel von Licht und Schatten. „Ja, dass hat er, sagt mir, wer ist er? Was ist er?“ Erwartungsvolle Stille. „Er ist… Wir wissen es nicht, die ältesten aller Schriften sprechen bereits von ihm, Schattenbringer, Shadargehera, wird er dort genannt, oder Meister, Erwählter, Herr, es sind zu viele Namen, alle sagen sie eines aus, er hat große Macht und ist ein grausiger Feind, wenn ihr mehr wissen wollt fragt ihn doch!“ Wieder erklang das zischende Lachen und Methar verzog das Gesicht, er würde sich lieber selbst das Leben nehmen als diesen Mann nach seiner Lebensgeschichte zu fragen, dass Augenlicht war ein kleiner Preis verglichen mit dem, was der Schatten sonst noch an Strafen bot.

„Ich habe mittlerweile genug Informationen gesammelt, es wird ein Leichtes sein dieses Reich“ Aldun schmunzelte. „zu überrennen, einige hundert Volanur sollten ausreichen, ich werde sie führen, aber sagt mir, wo sind die Volanur? Warum sind keine hier?“ Die Drei vor Aldun knienden Marshadar wanden sich unruhig. „Nun, Meister, sie sind tot, alle, als Arkion in die faulende Kluft einfiel konnte keiner entkommen.“ Alduns Augen verengten sich zu bloßen Schlitzen, ein Hasserfülltes Zischen erklang. „Tot? Alle? Törichte Menschen, ich habe einmal ein Volk erschaffen, ich kann es wieder tun, dies kann ein Problem für uns darstellen, aber das soll uns nicht kümmern, sagt, gibt es hier in der Nähe eine Festung oder ein Dorf? Es ist an der Zeit dem König ein Präsent zu schicken.“ Die Augen der Marshadar glühen auf in freudiger Erwartung. „Ja Meister, es gibt eine Festung am Fuße des Gebirges, die Festung Almor, sie ist eine der größten Festungen westlich der Stadt des Mondes.“ Aldun nickte bedächtig. „Wir werden diese Festung besuchen, wie viele Männer gibt es dort draußen im Lager?“ „Etwa zwei Duzend Meister, nicht genug um“ Aldun schnitt ihm mit einer Geste das Wort ab. „Ihr redet Unsinn, ich könnte diese Festung ganz allein zu feinem Staub zermalmen, es geht um nun, den Effekt, zwei Duzend werden reichen, selbst ein einzelner Funke vermag eine ganze Stadt in Flammen zu setzen.“ Der Marshadar, der gesprochen hatte nickte einsichtig. „Einerlei, lasst das Lager abbauen, wir brechen auf sobald alles bereit ist.“ Gleichzeitig erhoben sich die drei Marshadar und glitten Aldun hinterher nach Draußen.

Schließlich waren die Zelte abgebaut und die Männer bereit zum Abmarsch, die Marshadar, Aldun und Lord Methar ritten als einzige auf Pferden. Im tiefen Schnee mussten die Vier sehr zum Unmut Alduns absteigen. „Elende Tiere, wir kommen nicht schnell genug voran, lasst sie hier, wir werden zu Fuß gehen!“ fauchte er schließlich und schwang sich aus dem Sattel. Tief unter ihnen war bereits die Baumgrenze zu erkennen. Die Marshadar waren abgestiegen, Lord Methar saß noch immer im Sattel. „Aber Mein Lord, ich bin blind, wie soll ich den Weg zu Fuß finden?“ Aldun funkelte ihn an. „Ihr werdet den Weg finden, geht im Zweifelsfall hinten bei euren Männern, ich bin sicher sie werden ihrem Herrn gern helfen.“ Schaudernd rutschte der Mann aus dem Sattel und wankte dorthin wo er seine Männer vermutete. Aldun blickte ihm amüsiert nach, die Sterblichen waren allesamt Würmer doch differenzierten sie untereinander noch einmal zwischen Herren und Diener. „Kommt weiter, die Zeit ist nicht unser Freund.“ So ließen sie die Pferde im Schnee zurück und wanderten weiter dem Tal entgegen.

Der volle Mond warf sein Licht auf eine Klippe, aus ihr heraus ragte eine Festung, gehauen aus dem Fels des Gebirges, auf ihrem höchsten Turm flatterte das Banner des Mondes, dass Banner Arkions. Aldun fletschte die Zähne, als er das Banner sah, diese Nacht würde die erste von vielen sein, eine Nacht des Schreckens, derer aus den alten Tagen würdig. „Wartet hier bis ihr das Zeichen seht, dann kommt mir nach.“ Sagte er ruhig zu dem hinter ihm wartenden Trupp, die Marshadar hatte er ausgesandt Flüchtlingen den Weg abzuschneiden. Aldun wandte sich wieder der Festung zu, ein schmaler Pfad führte hinauf auf die Klippe, keinen Baum und keinen Strauch gab es dort, keine Deckung, doch war diese auch nicht nötig. Nach einigen Minuten befand Aldun sich auf der Klippe, etwa dreißig Schritt vor ihm befand sich das Festungstor, flankiert von zwei Wächtern in groben Kettenhemden. „Halt! Wer ist dort, Freund oder Feind?“ Aldun antwortete nicht sondern schlenderte weiter auf die Wächter zu. „Wer seid? Sprecht!“ Schließlich war Aldun nahe genug um ihn zu erkennen, erschreckt wichen die Männer zurück, als sie seine Augen sahen. „Marshadar!“ schrie einer laut und zog an einem dicken Strang, der neben ihm im Torbogen hing, eine Glocke läutete. „ Nein, ich bin nicht nur ein Marshadar, törichter Mensch….“ Aldun hob eine Hand, plötzlich wurde sie umhüllte von einer Korona aus Flammen, wie zu einem Fausthieb stieß er sie nach vorne, ein Strahl aus Feuer schoss hervor, verbrannte die Wächter zu schmauchendem Staub und riss ein gewaltiges, kreisrundes Loch ins Festungstor. Der Geruch von verbranntem Fleisch erfüllte die Luft, als Aldun durch das Loch in den Hof der Festung stieg, von der Glocke alarmierte Wächter stürmten aus dem Gebäude in den Hof. „Kämpft für den König, dass Reich und das Licht!“ rief einer, der einen besonders prächtigen Harnisch trug und sich wagemutig auf aldun zuwarf, dieser verzog seine Lippen nur zu einem amüsierten Lächeln. „Für König, Reich und Licht!“ Erwiederte die anderen und folgten dem Beispiel ihres Hauptmannes. „Narren.“ Murmelte Aldun nur. Eine Druckwelle ging plötzlich von ihm aus, brachte das Gestein der Festung zum zittern und riss die Paladine von den Füßen, einige flogen bis über die Festungsmauern und fielen die Klippen hinab, andere schlug es mit solcher Wucht gegen die Wände des Hofes, dass dort wo sie aufkamen rote Flecken blieben. Binnen weniger Minuten hatte aldun die Besatzung einer ganzen Festung ausgelöscht, ruhig schritt er zu dem am Boden liegenden Hauptmann, mit dem rechten Fuß drehte er den Mann auf den Rücken, Blut rann ihm aus dem Mund, doch schien er zu leben, zittrig hob er seine Augenlieder. Aldun sank in die Hock und betrachtete den Mann emotionslos. „Wo ist das Licht? Der König? War es das wert? Siehst du einen von beiden hier irgendwo?“ Als der man sich in einem letzten Todeskrampf aufbäumte erhob sich Aldun lächelnd, der süße Geruch von Märtyrerblut lag in der Luft. Amüsiert schnippte er mit den Fingern, dass Banner auf dem Bergfried der Festung fing Feuer und wurde vom Wind davongetragen. Wenige Minuten später stürmten die Männer Lord Methars den Festung und scharten sich im Hof um ihn. „Die Männer und Kinder tötet und enthauptet, die Frauen könnt ihr haben. Macht einen Planwagen bereit und legt die Köpfe hinein.“ Jubel brach unter den Männern aus und sie begannen die Festung zu plündern. Hinter den Männern kamen die Marshadar und Lord Methar in den Hof, Lord Methar hatte ein schleimiges Lächeln aufgesetzt. „Einen großen Sieg habt ihr heute errungen Meister!“ sagte der blinde Mann und lächelte breit. „Habe ich dir gestattet mich anzusprechen, Wurm?“ erwiederte Aldun kalt. Eine Entschuldigung murmelnd entfernte sich der Mann als Aldun es ihm gebot. „Er hat Recht Meister, ein wahrhaft großer Sieg.“ Sagte einer der Marshadar, ein erregtes Schnüffeln erklang von jenseits seines Mundtuches. „Nein, dass ist es nicht, geht und labt euch an den Leichen der Gefallenen, ich weiß wie sehr ihr es euch wünscht…“ Gierig rissen sich die Drei die Mundtücher weg, ihre Lippen waren farblos wie die Haut einer Made, der Mund gespickt mit hunderten scharfer Zähne. Gelangweilt blickte Aldun sich im Hof der Festung Almor um, Chaos und Tod herrschte nun an diesem Ort, gerade wollte er sich auf den Weg in die Gemächer des Offiziers machen, da schleifte ein Mann eine junge Frau aus dem Inneren der Festung, sie schrie wie am Spieß, doch Aldun hatte nur Augen für etwas anderes, um sie herum sah er einen fahlen, grauen Schimmer, äußerst selten bei ihrer Art… „Du!“ bellte er über den Hof, dass Treiben erstarrte, alle sahen ihn an. „Du! Bring dieses Mädchen in die Gemächer des Hauptmannes und lass deine Griffel von ihr.“ Untertänig nickte der Mann und tat wie ihm geheißen. Aldun blickte tief in Gedanken versunken zu Boden, er hatte nicht mit so etwas gerechnet, der letzte war vor weit über tausend Jahren gestorben, er selbst hatte den Zauber gewoben, der ihn tötete…

Das Mädchen saß zusammengesunken in einem hohen mit Samt überzogenen Lehnstuhl, während Aldun im Quartier des Hauptmannes umhereilte, hier und da Bücher aufschlug und beiseite warf. „Nichts Bedeutendes…“ murmelte der Schwarzmagier. Das Mädchen erschauderte hörbar und blickte Aldun durch ihr herabhängendes, rabenschwarzes Haar an. „Ist dir kalt?“ fragte Aldun beiläufig. Das Mädchen nickte stumm, Aldun blickte ihr ausdruckslos in die Augen und nickte dann stumm. Im Kamin, der sich nahe des Stuhles in dem das Mädchen saß befand züngelten plötzlich pechschwarze Flammen auf. „Wie heißt du, Mädchen?“ „Elmidra, ich bin die Tochter des Hauptmannes.“ Aldun nickte, „Dein Vater ist tot, ich habe ihn getötet, falls deine Mutter ebenfalls hier war ist sie es nun auch, ich gab Order niemanden zu verschonen.“ Der Gesichtsausdruck des Mädchens änderte sich nichts. „Das macht nichts, ihr werdet mich ohnehin töten, dann bin ich bei ihnen.“ Aldun grunzte verächtlich. „Nein, selbst wenn ich dich töten würde würdest du sie nicht wieder sehen, was tot ist, ist tot, weg für immer.“ Ruhig hob das Mädchen ihren Kopf und blickte Aldun an. „Warum tötet ihr mich nicht?“ Aldun lachte trocken und lehnte sich an den Kamin, ihr gegenüber. „Du hast etwas, dass bei Menschen sehr selten ist, du hast die Gabe. Üblicherweise sind Menschen nicht im Stande schwarze Magie zu wirken, da es eure Seele“ Aldun spie das Wort aus, „verzehren würde, ihr würdet ausbrennen wie Kerzen, doch du, du hast die Gabe, zwischen deiner Seele und der Magie besteht ein Schild, der dich schützt. Deine Gabe darf nicht ungenutzt bleiben, du wirst mit mir kommen und lernen, du wirst große Macht erlangen.“ „Ich begehre keine Macht, was soll ich damit?“ sagte Elmidra ruhig und bot Alduns stechendem Blick Paroli. Aldun lachte schallend. „Keine Macht? Nein? Du hast ja keine Ahnung, du wirst dir Macht wünschen…“ Aldun erhob sich und packte das Mädchen an den Haaren, „Die erste Lektion.“ Aldun zog das Mädchen an den Haaren aus dem Zimmer, durch die Gänge und hinaus in den Hof, dort angekommen zog er sie zu sich hoch und flüsterte ihr ins Ohr. „Aus Schmerz“ Unter ihnen sah Elmidra die Marshadar, wie sie die Kadaver der Gefallenen zerfleischten, die Männer wie sie sich an den Frauen vergingen. „wird Hass.“ Der beißende Gestank verbrannten Fleisches raubte Elmidra die Sinne. „Aus Hass wird grenzenlose Macht.“ Aldun stieß elmidra die Treppe hinab in den dreckigen Hof. „Ihr da!“ Die Männer sahen auf. „Nehmt sie euch vor, ich hole sie morgen Früh ab, lasst sie am Leben und verstümmelt sie nicht!“ Die Männer grölten freudig und stürzten sich auf das Mädchen, als Aldun sich abwandte und im Gebäude verschwand.



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4. Diener des Lichtes

„Mein König, die Mönche sind eingetroffen.“ Arithan sah auf. „Schick sie herein, jede Sekunde ist kostbar.“ Eiligst erhob er sich von seinem Schreibtisch, umrundete diesen und wartete. Drei Gestalten in weißen Roben wurden hereingeführt, sie waren allesamt Greise. „Warum habt ihr uns gerufen guter König? Ihr klangt besorgt in eurem Schreiben. Aber wo bleiben meine Manieren? Ich bin Bruder Reloz, dass sind Bruder Jalor und Bruder Ferdan.“ Die beiden verbeugten sich. „Ja, es eilt allerdings, mir wurden… Dinge offenbart, über die ich gerne Gewissheit erlangen würde.“ „Sprecht nur mein König.“ Sagte Bruder Jalor. „Worum geht es?“ Der König seufzte schwer. „Die Katirach sagten mir, dass eine große Präsenz wieder auf die Welt zurückgekehrt sei, es handle sich um einen Mann, er sei erfüllt von Hass, und von großer Macht.“ Die Gesichter der drei Männer waren ausdruckslos. „Ich fürchte wir können euch in dieser Sache nicht helfen mein König, wir sind keine Wahrsager.“ Sagte Bruder Ferdan monoton, die anderen nickten. „Ihr verschweigt mir etwas, sprecht!“ Die Drei Männer sahen sich stumm an. „Schwört beim Licht, dass ihr nichts an das Volk weitergeben werdet, die Wahrheit darf bekannt werden.“ Der König verzog seine Stirn voller Grimm. „Ihr verlangt, dass ich mein Volk belüge? Ausgerechnet ihr sprecht vom Lügen? Aber gut, ich werde nichts preisgeben, nun sprecht!“ Bruder Reloz nickte andächtig und schritt zu dem mit Büchern bedeckten Tisch. „Ihr habt es sicher hier irgendwo…“ Er wuchtete einige schwere Folianten beiseite. „Ah, da haben wir es ja.“ Der alte Mann hob ein dickes, in Leder gebundenes Buch auf und wuchtete es auf Arithans Schreibtisch. „>Die Legende von Arkion<?“ Las der König den Titel ungläubig vor. „Ja, die Wahrheit ist oft so nah, dass sie besser nicht verborgen sein könnte, denkt daran mein König, dies ist eines der größten Geheimnisse unseres Ordens, ihr müsst dies Geheimnis wahren! Der König nickte genervt und Bruder Reloz schlug das Buch in der Mitte auf. Auf der linken Seite war ein kunstvoll geschriebener Textblock zu sehen, rechts befand sich eine Zeichnung. Auf der Zeichnung war eine Gestalt zu sehen, sie stand auf einem Felsen, hinter ihr türmten sich schwarzen Gewitterwolken auf, die Gestalt selbst war gekleidet in eine weite, schwarze Robe, dass Gesicht von einer Kapuze verborgen, nur zwei gelbe Punkte leuchteten in der Tiefe der Kapuze. „>Ein Mann führte sie an, auf sein Wort hin starben Tausende, durch seine Hand fielen Heere, die Flamme seines Hasses verbrannte Länder. <“ Las der Mönch vor. „…Flamme seines Hasses…“ murmelte der König und lachte dann. „Nein, dass ist ein Zufall, dass ka“ Als er die ernsten Gesichter der Mönche sah verstummte sein Lachen. „Aldun Dunkelhand?“ jegliche Farbe wich aus dem Gesicht des Königs, als die Mönche nickten. Taumelnd fiel der König in seinen Sessel und blicke ins Leere. „Aber die Geschichte sagt auch, dass Aldun Dunkelhand fiel als die Schwarze Zitadelle zerstört wurde.“ Reloz blickte den König ernst an. „Dies mein König, ist das Geheimnis, Aldun Dunkelhand verschwand nach dem Fall der sieben Reiche scheinbar spurlos, wir hatten gehofft, dass er nun, sich zurückgezogen hätte.“ Arithan hatte sich wieder gefasst und sah die Mönche voller Panik an. „Was können wir tun? Ich werde das Heer mobil machen und“ „Nein! Das werdet ihr nicht!“ Fiel ihm Bruder Jalor ins Wort. „Ihr habt geschworen dies Geheimnis zu wahren, es gibt nichts, was ihr tun könntet, wir haben bereits einen Plan für diesen Fall entwickelt, eure Aufgabe wird es sein uns über alle bedenklichen Vorfälle in Kenntnis zu setzen, die auf Dunkelhand hindeuten könnten!“ Der König erhob sich und gestikulierte verzweifelt. „Was heißt das ich kann nichts tun, zwei Millionen Mann könnten mobil gemacht werden, so viel kann dieser Mann nicht besiegen!“ „Ihr habt keine Ahnung!“ zischte Bruder Jalor zornig. „Dunkelhands Macht ist unvorstellbar, duzende unserer Brüder werden sterben müssen um ihn in Schach zu halten, die Menschen standen vor Tausend Jahren bereits mit einem Fuß im Grab, als Dunkelhand verschwand, wir haben lediglich eintausend Jahre mehr Zeit erhalten! An der Sachlage hat sich wenig geändert, Dunkelhand kann uns momentan nicht angreifen, die Macht des Schattens in der Welt ist geschwunden, wir sind eine Bedrohung für ihn, er wird erst versuchen uns zu schwächen bevor er zu entscheidenden Schlag ausholt. Dies verschafft uns Zeit, Zeit ihm eine Falle zu stellen, doch darum braucht ihr euch nicht zu sorgen…“ Der König nickte müde. „Ja, es ist wohl besser wenn ihr nun geht, ich muss nachdenken…“ Die drei Mönche nickten. „Ja, mein König, wenn ihr das wünscht, doch denkt an euren Eid, in der Bevölkerung bräche eine Panik aus. Lebtwohl.“ Sagte Bruder Ferdan und schloss die Türe hinter den drei Mönchen, der König blieb allein in seinem Arbeitszimmer zurück…

Ein beständiges Murmeln erfüllte den Ratssaal, hier kamen die ältesten und weisesten des Ordens zusammen um sich zu beraten. Der Raum war rund und sehr hoch, in der Wand waren in regelmäßigen Abständen Nischen mit Balkonen eingelassen, dort standen die Ältesten. „Ich sage euch meine Brüder, wir dürfen nicht die Hände in den Schoß legen und warten wie das Lamm auf den Schlachter!“ rief einer der greisen Männer und schlug zur Verdeutlichung mit der Faust auf die Marmorbalustrade vor ihm. „Was können wir schon tun? Die Ausmaße von Dunkelhands Macht sind uns nicht bekannt, er könnte uns alle hinwegfegen wie Blätter im Wind!“ Warf ein anderer ein, was verärgertes Gemurmel zu folge hatte. „Brüder!“ rief Bruder Reloz von seiner Kanzel aus. „Streit ist es nicht was wir nun brauchen, wir sollten uns lösen von den Mythen und Märchen, die diesen Mann umranken und die Wahrheit herausfinden! Wir müssen einen Weg finden Dunkelhands Macht auszuloten, darum schlage ich vor zu warten, warten bis er sich offenbart und dann einen Schlag gegen ihn zu führen, dann wissen wir woran wir sind.“ Aus der obersten Kanzel erklang ein keuchendes Lachen, Reloz zuckte zusammen und blickte nach oben. „Großmeister, ihr wohnt uns heute bei?“ Wie Reloz diesen Mann hasste, würde dieser alte Narr doch endlich den Löffel abgeben und ihm Platz machen um Großmeister zu werden… „Ja, dass tue ich.“ Ein dürrer Mann, gekleidet in dieselbe weiße Robe wie alle anderen Diener des Lichtes, doch trug er eine schwere, goldene Kette um den Hals, ein Sonnensymbol aus massivem Gold hing daran. Hinter dem Großmeister standen zwei Akolythen, die ihm beim gehen halfen. „Ich befasste mich eingehend mit Dunkelhands Geschichte, lange bevor er zurückkehrte und ich entwickelte einen Plan um“ Ein schleimiges Husten unterbrach den alten Mann. „Ihn einzukerkern, sein Hass ist grenzenlos, damit auch seine Macht, Emotionen sind ihm völlig fremd, er würde alles opfern um sein Ziel zu erreichen, ein Kampf kommt also nicht in Frage.“ „Wie sieht euer Plan dann aus Großmeister?“ Der alte Mann grinste schief. „Wir werden ihn in die Welt der Dämonen, die Sphäre des Feuers verbannen, dort wird er eingekerkert sein, bis ihn sein Hass schließlich verzehrt.“ Aufgeregte Rufe erklangen in der Ratskammer. „Wie sollen wir das tun?“ übertönte Reloz die anderen Rufe. „Es wäre eine ungeheure Macht notwendig einen Spalt in die Welten zu reisen, und selbst wenn wir das könnten wären wir nicht im Stande ihn wieder zu schließen.“ Erneut hustete der Großmeister, als er sich aufrichtete zierte ein breites Grinsen sein Gesicht, seine Augen funkelten. „Wir alle kennen einen Gegenstand, der im Stande ist solche Macht zu entfesseln, wir alle wissen was geschah, als er das letzte Mal aktiviert wurde, lasst uns den Kristall von Um’Agal suchen, er wird mächtig genug sein um Dunkelhand einzusperren…“ „Das ist Wahnsinn!“ rief Reloz zornig und schlug so fest auf die Brüstung vor ihm, dass seine Hand schmerzte. „Der Stein ist nicht von dieser Welt, er sollte gar nicht hier sein, es ist gut, dass er verschwunden ist nachdem er das letzte Mal aktiv war!“ Die Augen des Großmeisters verengten sich voller Zorn. „Siehst ihr einen anderen Weg? Dann nenne ihn, Bruder Reloz!“ Bruder Reloz sackte zusammen. „Und ihr Bruder Reloz, werdet die Expedition leiten, die aufbrechen wird um den Kristall zu finden.“





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5. Hass

Elmidra starrte mit ausdruckslosen Augen in den bewölkten Himmel, ihr ganzer Körper war verschmutzt und zerschunden, eine Nacht voller Schmerz und Gräuel lag hinter ihr. Um sie herum lagen die stinkenden Männer, die all das getan hatten, sie schliefen noch tief. „Na, war die Nacht unterhaltsam für dich.“ Jemand beugte sich über sie, seine Augen leuchteten wie gelbes Feuer, sein Haar war ebenso vergilbt und ausgebleicht wie seine Haut. Der Mann griff hinab und zog sie scheinbar mühelos hoch. „Was empfindest du?“ flüsterte er ihr ins Ohr, um die Männer nicht zu wecken. „Schmerz…“ entgegnete Elmidra tonlos, ja, Schmerz was alles, was sie momentan fühlte, Schmerz über den Verlust ihrer Eltern, der Schmerz der letzten Nacht und der Schmerz der Hilflosigkeit. Der Mann nickte zufrieden. „Und nun, was würdest du tun, gäbe ich dir Macht? Macht zu tun und zu lassen was du willst, zu richten wen du willst, zu beherrschen wer unbeugsam ist?“ Ein Zittern lief durch Elmidras Körper, ein einzelner Gedanke stieg aus dem Ozean des Schmerzes hervor. „Ich würde sie töten…“ Der Mann lächelte. „Dann tu was du dir wünschst, du hast die Macht dazu, fühle den Schmerz, fühle den Hass.“ Ein Ruck lief durch Elmidras steifen Körper, wie in Trance hob sie eine Hand, die Männer vor ihr wanden sich unruhig. Plötzlich zuckten sie zusammen, schrieen und krallten sich die Hände vor die Brust, plötzlich erklangen dumpfe Geräusche aus den Brustkörpern eines Jeden und sie sanken tot zusammen. Elmidra zuckte zusammen und fiel beinahe in Ohnmacht, doch der Mann fing sie auf. „Sehr gut, wirklich ausgezeichnet, du bist begabt Mädchen, Herzen platzen zu lassen ist ein Kunststück, das eigentlich erst später erlernt wird.“ „Wa? Was habe ich getan? Ich habe sie getötet! Ich…“ Der Mann lächelte sie kalt an. „Sieh in meine Augen und sag mir was du siehst.“ Elmidra blickte verwirrt in die gelben Augen des Mannes, was wollte sie dort sehen? Sie sah sich selbst, übel zugerichtet, ihre Augen leuchteten gelb wie die des Mannes, doch verblasste das Gelb bereits wieder. Der Mann nickte gönnerhaft. „Mein Name ist Aldun Dunkelhand, für dich Meister Dunkelhand.“ Dunkelhand hoch sie mühelos hoch und trug sie hinein in die Festung. „Du wirst lernen die Dunkelheit zu beherrschen, es ist deine Bestimmung, ich bin der Einzige, der dich lehren kann, die Marshadar benutzen Magie auf eine andere Weise, sie könnten dich nicht unterweisen. Und wenn du nicht ausgebildet wirst, wirst du sterben.“ Elmira betrachtete den Mann, der sie trug, er war gut aussehend, doch war er gehüllt in eine Aura der Kälte, seine Gesichtszüge waren hart wie Fels, seine Augen stechend wie glühende Eisen, dieser Mann hatte zweifellos nie geliebt, sich gefreut oder auch nur aus vollem Herzen gelacht. Dunkelhand trug sie eine Wendeltreppe hinab, sie kannte diesen Tunnel, er führte in die Bäder. „Was tun wir?“ flüsterte sie, sie fühlte sich kraftlos, ihr Körper war ein Wrack. „Du musst etwas vollziehen, dass wir den Initiationsritus nennen, aber nun schweige, ich habe dich nicht aufgefordert zu sprechen.“ Schließlich trat Dunkelhand eine Türe auf und trat in den Felsenraum, hier, tief unter der Festung hatte man eine heiße Quelle gefunden und diese Höhle ausgehoben um sie als Bad zu nutzen. Dunkelhand musste sich bücken um nicht an die Decke zu stoßen, vor ihnen war ein kreisrundes Becken im Boden, es durchmaß zwei Schritt und war gefüllt mit einer roten Flüssigkeit, dass heiße Wasser war verschwunden. „Blut!“ hauchte Elmidra, der Geruch wie von heißem Blech war unverkennbar. „Ja, Blut.“ Sagte Dunkelhand trocken und watete in das Becken, Elmidra versuchte sich zu wehren, doch die Hände dieses Mannes hielten sie fest wie Schraubzwingen. „Meister und Schüler, vereint im Blute, Geboren um zu sterben, wiedergeboren aus dem Blut, verbunden bis in alle Ewigkeit.“ Rezitierte Dunkelhand monoton und tauchte Elmidra in das noch warme Blut. Sie schrei, doch da füllte sich ihr Mund mit Blut, floss in ihre Lungen, füllte ihren Körper, Dunkelhands Hände hielten sie fest, bis ihr schwarz vor Augen wurde.

Elmidras Geist floss durch die Schwärze, Schmerz umfing sie, Bilder zogen durch ihre Geist, Schlachten, Mord und Tod überall. Sie saß auf einem Pferd, ein schwarzes Kriegsross, vor ihr ragten weiße Mauern auf, Rauch stieg von jenseits der Mauern auf, Raben kreisten über der Stadt. Fahle Wesen standen rechts und links von ihr. „Los! Stürmt die Stadt, lasst Niemanden am Leben, schleift die Mauern und brennt den Rest nieder!“ hörte sie sich selbst rufen, doch war es nicht ihre Stimme. Die schwarzen Horden setzten sich in Bewegung, verzehrten die Stadt in einem Feuersturm.

Sie schritt durch einen hohen Gang, alles bestand aus Marmor, Feuerschalen erhellten den Gang. Blut bedeckte den Boden, sie trug eine weite, wallende, schwarze Robe. Am anderen Ende des Ganges ragte ein hohes Portal auf, ein einzelner, alter Mann stand davor. „Aldun, was tust du? Was ist in dich gefahren? Noch ist es nicht zu spät, kehre zurück ins Licht und man wird dir vergeben.“ Elmidra grunzte verächtlich. „Törichter Narr, wahre Macht bietet nur die Dunkelheit, fühle nun meine Macht!“ Elmidra fühlte wie Hass sie durchflutete, in ihr brannte wie ein Feuersturm, sie musste ihn von sich weglenken oder er würde sie vernichten, also lenkte sie ihn auf den Mann. „Aldun, Nein!“ rief der und schleuderte seinerseits etwas, dass aussah wie flüssiges Gold, es traf die schwarze Lanze des Hasses und rang mit ihr. „Du bist schwach, Alter Mann!“ rief Elmidra gepresst, der Hass wuchs ins unendliche und mit ihm ihre Macht. Mit einem Donnerschlag riss es den Mann von den Füssen, noch bevor er auf der Türe aufschlug ging er in Flammen auf und verbrannte zu bloßer Asche. „Niemand kann mich aufhalten…“ sagte Elmidra verächtlich.

„Fühlst du den Schmerz?“ „Ja…“ antwortete Elmidra, die Stimme, die sprach klang wie altes Pergament, wie ein Todesröcheln. „Ergreife den Schmerz, konzentriere dich auf ihn, bis er zu Hass wird. Fühlst du den Hass?“ „Ja…“ „Öffne dich dem Hass, lass ihn dich erfüllen, deinen Geist fluten.“ Elmidra schlug die Augen auf, Schwärze umgab sie, zwei fahle, gelbe Augen blickten auf sie herab. „Erhebe dich Aldun Dunkelhand, erfülle dein Schicksal!“

Nach Luft schnappend fuhr Elmidra hoch, durchstieß die rote Oberfläche und würgte Blut hervor. Dunkelhand blickte auf sie herab und lächelte amüsiert. „Gestorben um zurückzukehren, geboren von des Meisters Hand ist nun der Schüler bereit im Dienst der Dunkelheit zurückzukehren.“ Zitternde kämpfe Elmidra sich auf die Füße und stand bis zur Hüfte vor Dunkelhand im Blut. „Was war das?“ Dunkelhand lächelte, holte aus und verpasste ihr eine schallende Ohrfeige. „Meister Dunkelhand!“ Elmidra hielt sich die Wange. „V…vergebt mir Meister, was war das?“ „Du bist gestorben, gestorben im Blute der Diener des Lichtes, dass Licht half dir nicht dem Tode zu entrinnen, doch ich holte dich mit der Macht der Dunkelheit zurück in ein neues, besseres Leben, du wirst einige Zeit lang Beschwerden haben während dein Körper,“ Dunkelhand machte eine Geste, mit der er auf seinen Körper deutete. „gewisse Wandlungen durchmacht.“ „Was war das? Ich habe Bilder gesehen.“ Dunkelhands gelbe Augen verengen sich zu Schlitzen. „Alte Dinge, Dinge, die du vergessen solltest, eines jedoch solltest du wissen, ich bin dein Meister, deine Seele und dein Körper sind an meinen Willen gebunden, erhebe deine Hand gegen mich und du wirst grenzenloses Leid erfahren.“ Der Mann setzte sie langsam auf die Füße, zwar war sie noch etwas wackelig auf den Beinen, doch waren ihre äußeren Wunden verschwunden, die inneren brannten noch stärker als zuvor. Neben der Türe erblickte sie nun einen der fahlen Männer, die sie in der Nacht auf dem Hof gesehen hatte, eine Kapuze und ein Mundtuch hingen lose um seinen Hals. „Kleide sie ein, wie ich es dir auftrug, tue ihr nichts und folge ihren Anweisungen, solange sie sich nicht gegen uns richten.“ Dunkelhand gab Elmidra einen unsanften Stoß und sie wankte aus dem Blutbassin auf den Marshadar zu. Der Fahle lächelte gönnerhaft. „Komm mein Kind.“ Sein Gesicht war unglaublich hässlich, er hatte keine Nase, sondern zwei Nüstern, sein Schädel war kahl, seine Augen gelb wie die Dunkelhands. Der Marshadar drängte sie aus der Kammer und schloss die Türe hinter ihnen

*lach*, echt n1! :D
Wieder sehr \"schön\" geschrieben. *ungeduldigauffortsetzungwart*
Danke für euer Feedback, hier die nächsten paar Zeilen, atm komm ich nicht recht zum schreiben, darum ists etwas wenig ^^°

Zitat:
„Habt ihr alles so vorbereitet wie ich es wollte?“ Aldun schloss die Türe zum Baderaum hinter sich, die beiden anderen Marshadar standen im Gang. „Ja Meister, die Toten wurden enthauptet, bis auf den Hauptmann, ihn ließen wir so wie ihr ihn zurückließt.“ Aldun nickte und ging mit den beiden Dunklen hinauf in den Hof.
Im Zentrum des beschmutzen Platzes stand ein alter Planwagen, die Männer Lord Methars schlichteten die Köpfe der Toten hinein, Aldun ignorierte das Schauspiel und wandte sich der Leiche des Hauptmannes zu. Die blauen Augen des Mannes blickten ins Leere, dass graue Haar, dass unter dem Plattenhelm hervorquoll war blutgetränkt. Aldun legte zwei seiner fahlen, dürren Finger auf die Stirn des Toten. „Quor esstar Mortanum Al’Ashkera redvare red Marterun!“ murmelte der Schwarzmagier leise und kratzte mit dem Nagel seines Zeigefingers eine schlichte Rune in das Fleisch des Gefallenen. „Erhebe dich mein Diener, dein Meister ruft dich von Jenseits der Barriere!“ Aldun erhob sich lächelnd, ein Zucken durchlief den toten Körper, in die Augen de Mannes trat ein blasses, gelbes Glühen. „Erhebe dich!“ forderte Aldun erneut. Mit plumpen Bewegungen rappelte sich der Mann hoch. „Meister.“ Grunzte der Untote schnaufend. „Siehst du diesen Wagen?“ Der Zombie nickte zögernd. „Du wirst ihn nehmen und mit ihm in die Stadt des Mondes“ Aldun verzog sein Gesicht als hätte er in einen fauligen Apfel gebissen. „fahren, dort wirst du den größten Platz aufsuchen, den du finden kannst und die Plane lüften, dann tötest du wen immer du siehst.“ Erneutes Nicken, zögernd schlürfte die Hülle des Hauptmannes zum inzwischen fertig belanden Karren, schwang sich auf den Kutschbock und ließ die Pferde lostraben. Die Marshadar und ihr Meister sahen dem Karren nach, bis er in der Nacht verschwand. „Wie lange wird es dauern bis er ankommt?“ fragte Dunkelhand. „Etwa zwei Wochen, Meister.“ Aldun nickte, „Also genug…“ murmelte er. „Wir bleiben vorerst hier, bis meine Botschaft in der Hauptstadt eintrifft werde ich mich der Ausbildung meiner Schülerin widmen.“

Elmidra blickte sich nervös im Raum um, dies war einst das Arbeitszimmer ihres Vaters gewesen, aber der war nun tot. Sie erschrak davor wie wenig sie der Verlust ihrer Familie berührte. Gleichgültig betrachtete sie das Gewand, in das der Marshadar sie gesteckt hatte, es war eine schlichte, schwarze Robe, wie Dunkelhand und die Marshadar sie trugen. Sie fuhr aus ihren Gedanken auf, als die Türe hinter ihr aufflog und Dunkelhand hereinstürmte, sein Gesicht war wie immer angespannt. „Es gibt vieles was du lernen musst.“ Eröffnete der Schwarzmagier und sank gegenüber Elmidras in einen hohen Lehnstuhl. „Der Quell unserer Macht, unserer Magie ist der Hass, hasse wann du willst und wen du willst, dann wird deine Macht wachsen. Und wenn du genug Hass in dir hast wir die Flamme zu brennen beginnen, sie wird um deine Seele züngeln in der Gier danach sie zu verzehren, doch du hast die Gabe, du bist geschützt.“ Elmidra war noch immer nicht ganz klar, wie sie sich verhalten sollte, von diesem Mann hatte man ihr erzählt um sie zu ängstigen, doch war er in diesen Geschichten immer gestorben. „Wenn du dann über Magie verfügst wirst du im Stande sein sie in drei Weisen zu nutzen.“ Dunkelhand erhob sich und holte aus einer Ecke des Raumes eine Kiste mit Luftlöchern, stellte sie auf dem Schreibtisch ab und öffnete sie. „Die Verderbnis, die Macht dem Schatten Form zu verleihen.“ Ihr Meister machte eine beiläufige Bewegung und eine klauenbewehrte Hand materialisierte sich in der Luft, sie schien aus schwarzem Nebel zu bestehen und schimmerte ölig. Die Hand fuhr in die Kiste und zog einen Hasen hervor. „Und Leben zu verzehren.“ Plötzlich strampelte der Hase und wand sich im Todeskampf, von Innen her begann das Tier zu verfaulen und hing schließlich grau und tot in der Hand. Elmidra hielt sich die Nase zu, der Geruch faulen Fleisches füllte den Raum. „Die Nekromantie, die Macht Leben zu erschaffen.“ Plötzlich begann der Hase wieder zu zucken, wand sich im Griff der Hand, seine kleinen‚ Augen glühten leicht gelb. Elmidra war schlecht vom Gestank, es stank nach Tod, verbranntem Fleisch und Fäulnis, Dunkelhand stand unberührt da. „Meister? Ich habe eine Frage.“ Dunkelhand hob eine Braue. „Ja?“ Elmidra richtete sich auf, strich sich etwas Haar aus der Stirn und blickte Dunkelhand in die gelben Augen. „Was seid ihr?“ Dunkelhands bleiche Lippen verzogen sich zu einem Lächeln. „Nun ich denke etwas meiner Lebensgeschichte kann ich dir erzählen. Einst war ich ein Mensch, ein Mensch wie du, auch ich hatte die Gabe und wurde von einem Meister der dunklen Magie entdeckt, er bildete mich aus. Als er mich alles gelehrt hatte sichte ich nach Wegen meine Macht noch zu vergrößern, ich begann die Natur der Magie zu erforschen und stellte fest, dass eine Seele zu besitzen dabei nur ein Hindernis ist. So entwickelte ich einen Weg meine Seele Teil des großen, ganzen werden zu lassen, meine Seele verschwand im Ozean der Finsternis. Mein Geist war von da an mit dem Schatten verbunden, ich bin im Stande eine schier grenzenlose Menge an Schattenmacht zu lenken. Mein Körper jedoch wurde ganz und gar vom Schatten erfüllt, verändert meiner neuen Macht gerecht zu werden, er ist mächtiger als ein menschlicher es je sein könnte.“ Elmidra war überrascht, dass hatte sie nicht erwartet, ein Mensch also…

Hetue gibts etwas mehr ^^

Zitat:
6. Visionen

Am einen Ende der runden Kammer standen sieben Lehnstühle, gefertigt aus dem gleichen Material wie die Wände und der Boden. Es schien eine Art Marmor zu sein, doch zogen sich schwarze Linien in Spiralen, wie Wurzeln über die Oberfläche. Auf den Stühlen saßen vier Männer und drei Frauen, sie alle trugen unterschiedliche Kleider. Da war ein Mann in einer schwarzen Robe, mit einem strengen Gesicht, eine Frau in einem weißen Seidenkleid und mit gütigem Blick, diese beiden saßen ganz außen an dem Halbrund, dass die Stühle bildeten. Zwischen den beiden saßen einer, der trug die Tracht eines Schmiedes, eine andere ein tief ausgeschnittenes Kleid aus rotem Samt, ein Mann saß dort gekleidet in schwarzen Samt, dass Gesicht verborgen mit einem schwarzen Schal, ein Mann gekleidet in eine azurblaue Tunika und eine Frau in einem Kleid aus grünen Ranken, Blumen wuchsen in ihrem Haar. Ein Mann stand im Zentrum des Raumes, er trug eine prächtige Plattenrüstung, gefertigt aus poliertem Stahl, ein schwarzer Umhang mit goldenem Saum hing von seinen Schultern bis zu den Füßen, sein Haar war blond und lang, reichte ihm bis zur Hüfte und war zu einem Pferdeschwanz gebunden. „Berichtet uns was ihr zu sagen habt Ar’Aramesh, vergesst nicht vor wem ihr hier steht.“ Der Mann deutete eine Verbeugung an und begann dann mit harter Stimme zu sprechen. „Ich habe nun, eine Entdeckung gemacht, eine außerordentliche Entdeckung, zwischen den Phasen unserer Welt gibt es nun, Hohlräume, diese sind gefüllt mit Energie, große Mengen an Energie, wenn es uns möglich wäre diese Macht anzuzapfen könnten wir die Welt verändern.“ Unruhe erfasste die Sieben. „Seid ihr im Stande diese Macht anzuzapfen?“ fragte der Mann in der Schwarzen Robe scharf. „Darum komme ich zu euch, ihr habt genug Macht ein Loch in die Sphären zu reißen, helft mir und wir können die Welt verändern!“ Zur Verdeutlichung hob der Mann seine Faust und blickte funkelnd in die Reihen. „Ja, verändern, fragt sich ob wir gutes mit der Macht tun würden, vielleicht würden wir die Welt ins Unglück stürzen.“ Meinte die Frau in der weißen Robe trocken. Der Mann in der Rüstung funkelte sie an. „Das ist unmöglich, ich habe alles genau durchdacht, es berechnet und die Stärke der Wand zwischen den Spähern ausgelotet, alles was mir noch fehlt ist eure Hilfe.“ Die Frau in dem Blätterkleid blickte Ar’Aramesh nachdenklich an. „Es gibt Dinge, diese zu berühren wir kein Recht haben, die Welten gehören dazu, dass müsst ihr lernen Ar’Aramesh, mein Rat an euch, lasst dieses Wissen unangetastet, es ist zu gefährlich.“ Zornig ballte der Mann seine gepanzerten Hände zu Fäusten. „Es ruhen lassen? Das ist mein Lebenswerk! Ihr wisst nicht wie es ist tagtäglich der Gewissheit gegenüber zu treten, dass der eigene Tod nur eine Frage der Zeit ist! Aber vielleicht wisst ihr es ja doch…“ Der Mann lächelte grimmig. „Wenn sich eure Gläubigen abwenden, wenn sie aufhören euch zu verehren, an euch zu glauben, dann werdet auch ihr sterben, mit der Macht aus den Hohlräumen könntet ihr ewig existieren, auch ohne Gläubige.“ Der Rat der Götter blickte auf den Mann, der vor ihnen stand, ein Sterblicher, nicht mehr und doch konnte er ihnen geben was sie am meisten begehrten.

Der Mann, den sie Ar’Aramesh genannt hatten stand an einem Podest, aus dem vielfarbige Kristalle ragten, vor ihm in einer Höhe von gut zwanzig Schritt schwebte ein rotierendes Hexagon, zwei Ringe drehten sich darum. Am Boden des Raumes standen die sieben Götter, sie bildeten einen Kreis um das schwebende Gebildet und blickten es konzentriert an. „Ich werde nun die Matrix des Fokus ausdehnen, haltet euch bereit!“ rief Ar’Aramesh und begann einige der Kristalle zu drehen und zu verschieben. Ein tiefer Brummton erfüllte die hohe Kammer, die Ringe rotierten schneller und schneller. „Es funktioniert!“ rief der Mann, die Götter jedoch blickten konzentriert auf die schwebenden Körper. Aus dem Hexagon floss ein Rinnsal silberner Flüssigkeit hervor, floss zu Boden und gerann dort zu einem etwa einem Fuß hohen Kristall, er leuchtete leicht orange. „Es funktioniert!“ rief Ar’Aramesh erneut voller Inbrunst. Plötzlich explodierten die Ringe in einem gewaltigen Feuersturm, Trümmer rissen klaffende Löcher in die weißen Wände des Raumes, donnernd stürzte das Hexagon zu Boden, Rauch hüllte den ganzen Raum ein. Ar’Aramesh stand wie gelähmt hinter seinem Podest und wurde vom Rauch verschlungen.

Arithan fuhr hoch. Schnaufend wischte er sich den Schweiß aus dem Gesicht. Was war das gewesen? Ein seltsamer Traum, Götter. Amüsiert lachte der König in sich hinein, jedes Kind wusste, dass es keine Götter mehr gab, sie waren alle... Der König erbleichte in der Dunkelheit seines Gemaches. Hastig schwang sich der König aus seinem Bett und stürmte zur Türe. „Lasst mein Pferd satteln und schickt Boten zum Ordenshaus der Diener, ich muss eine Unterredung mit dem Großmeister und Meister Reloz halten!“ Die Wächter, die die Türe zum Gemach des Königs bewachten nickten verdutzt und eilten davon. Der König eilte ins Gemach zurück und kleidete sich hastig an.

„Und ihr sag der Name dieses Mannes war Ar’Aramesh?“ Der Großmeister saß in einem hohen Lehnstuhl, rechts von ihm stand der noch müde wirkende Reloz. Gegenüber den beiden alten Männern saß der König in einem weiteren Stuhl, sie befanden sich in einem schlicht gehaltenen Speisesaal, der zu dieser späten Stunde verlassen war, dass einzige Licht wurde vom heruntergebrannten Feuer gespendet. „Ja, Ar’Aramesh, und ich sah wie die Götter starben, es war die Schuld dieses Mannes, e“ Der Großmeister unterbrach den König mit einer harschen Geste. „Ja, dass wissen wir, ihr wisst bereits viel zu viele der Geheimnisse unseres Ordens, also sollt ihr auch dieses erfahren. Wir wissen nicht wie lange es her ist, tausende Jahre, da gab es noch Götter in unserer Welt, es waren sieben. Die Welt sah zu jener Zeit noch anders aus, niemand musste hungern, es gab keinen Krieg, die Macht der Götter erleichterte vieles, große, arkane Macht war damals im Gebrauch. Schließlich streckten einige der Menschen ihre Hände nach größerem aus, sie versuchten zu den Sternen zu reisen, die Tiefen des Ozeans zu entdecken. Einer dieser Menschen war der Mann, von dem nur noch der Nachname überliefert ist, sein Name war Ar’Aramesh, er durchbrach die Grenzen der sichtbaren Welt und stieß in den Raum dahinter vor.“ Arithans Mund stand leicht offen. “Was ist jenseits der sichtbaren Welt?“ Die Großmeister quittierte die Unterbrechung mit einem ärgerlichen Blick. „Wir wissen es nicht genau, doch muss es etwas sehr bösartiges sein, um das Loch, dass Ar’Aramesh geschlagen hatte veränderte sich die Welt, wurde verzerrt. Wurde zu dem Land, dass wir die verfaulte Kluft nennen. Einige Theorien besagen, dass es erst ab diesem Ereignis Böses in der Welt gab, dass dieser eine Mann es war, der verantwortlich ist für alles Leid, für alle Kriege. Den Kristall, den ihr gesehen hab nennen wir den Kristall von Um’Agal, er ist ein Objekt von großer Macht und verschollen seid jenen Tagen.“ Der König nickte ruhig. „Was könnten diese Visionen bedeuten?“ Der Großmeister warf Reloz einen fragenden Blick zu bevor er weiter sprach. „Wir wissen es nicht, eine Erschütterung scheint durch das feine Netz der Magie, dass die Welt bedeckt, gelaufen zu sein. Sorgt euch nicht um Träume mein König, sie können euch nichts tun, eure Aufgabe ist es das Volk bei Laune zu halten, überlasst uns diese Probleme.“ Der König betrachtete die beiden alten Männer zornig. „Ich soll einfach die Hände in den Schoß legen während alles, was meine Ahnen aufgebaut haben um mich herum zerbricht?“ Der Großmeister hustete keuchend und wollte zu einer Erwiderung ansetzen, da stürmte ein Jüngling die den Saal. Schnaufend viel er auf die Knie. „Vergebt mir hohe Herren, es ist schrecklich, ein Mann kam in die Stadt, er hat ein Duzend Menschen getötet bevor ihn die Wächter festsetzen konnten, er hatte einen Karren dabei, der.“ Dem Jungen versagte die Stimme. „Führe mich zu dem Mann!“ rief der König und eilte dem Jungen nach hinaus aus dem Saal, die beiden alten Männer blieben zurück

„Das Licht steh uns bei…“ flüsterte der König, als er den Platz betrat. Fleischfetzen bedeckten das Pflaster des Platzes, ein verdeckter Planwagen stand auf dem Platz, zehn der Stadtwächter, gekleidet in Kettenrüstungen bewachten einen Mann, der mit dicken Stahlketten gefesselt war. „Was ist hier geschehen?“ rief der König zornig und eilte zu dem Gefesselten. „Nicht mein König!“ sagte einer der Männer und hielt den König am Arm fest. „Lasst mich los Mann! Wisst ihr nicht wer vor euch steht?“ Der Wächter verbeugte sich. „Vergebt mir mein Lord, doch dieser Mann hat dies hier angerichtet, er tötete vier unserer Männer bevor wir ihn überwältigen konnten, er hat Bärenkräfte!“ Hasserfüllt blickte der König auf den zusammengesunkenen Mann, er trug einen verdreckten Plattenpanzer und sah auch sonst aus als hätte er seid Monaten nicht mehr gebadet. „Wer seid ihr?“ fragte der König gefasst. Keine Antwort. „Antworte!“ voller Zorn schlug der König dem Mann ins Gesicht. Ein matschiges Geräusch erklang, als die Faust des Königs das Gesicht des Mannes traf, eine Delle war im Fleisch zurückgeblieben und lief grau an, Maden fraßen sich nach außen. „Licht!“ Fluchte der König, da lief ein Zittern durch den Mann, in die bis dahin geschlossenen Augen öffneten sich langsam, die Pupillen glühten gelb. Ein keuchendes Lachen kroch aus der Brust des Untoten. „So, ihr seid also der Erbe Arkions, ihr besitzt nicht ein Hundertstel seiner Ausstrahlung.“ Sagte der Mann ruhig, seine stimme klang seltsam polyphon, als sprächen zwei Menschen. Ein Brocken faulenden Fleisches löste sich von der Wange des Untoten, als er sich au die Beine kämpfte, die Wächter zogen ihre Schwerter. Fauliger Gestank schlug Arithan ins Gesicht, als er dem Schattenwesen Auge in Auge gegenüber stand. „Wer seid ihr?“ fragte der König beherrscht, der Untote lächelte schief, faulende Zähne kamen zum Vorschein. „Wollt ihr das wirklich wissen kleiner König? Könnt ihr die Wahrheit ertragen? Können sie diese Männer ertragen? Die Wahrheit ist gefährlich wie ein Waldbrand, breitet sich aus, die Lüge ist zahm wie ein See.“ „Ich habe keine Geheimnisse vor meinem Volk!“ rief der König laut, die Wächter und die Passanten, die sich mittlerweile auf dem Platz eingefunden hatten brachen in Jubel aus. „Narren!“ rief der Untote geifernd. „Dann sollt ihr die Wahrheit haben, höret Menschen Lunamnears, hier sprich Aldun Dunkelhand, ich werde kommen und euch vernichten, niemand wird Gnade erfahren! Seht in den Wagen, ich habe euch ein kleines Geschenk durch diese Hülle überbringen lassen!“ Als der Untote geendet hatte brach er zuckend zusammen und wand sich auf dem Boden, rasend schnell begann die Leiche des Mannes zu verwesen, zerfiel zu grauem, fleischigem Matsch. Der König wandte sich um, eilte zum Planwagen und riss die Plane weg…

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